Sonntag, 27.12.2009

Sberbank will von GM Schadenersatz für Opel-Deal

German Gref ist nach der Opel-Pleite nun zu einer Klage gegen GM bereit (Foto: tv/archiv)
Moskau. Die Sberbank fordert von General Motors ihre Auslagen für die Vorbereitung der letztlich geplatzten Opel-Übernahme zurück - und droht mit Klage. Dies erklärte Sberbank-Chef German Gref am Wochenende.
„Wir haben beträchtliche Ausgaben gehabt. Wir haben alle Kosten kalkuliert und dem Unternehmen einen Vorschlag zur freiwilligen Kompensation unterbreitet“, so Gref. Sollte der US-Autokonzern nicht freiwillig die Auslagen erstatten, werde er verklagt, erklärte Gref in einem Fernsehinterview.

Die Sberbank wollte im Tandem mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer-Konzern Magna die europäische Tochter des in Finanznöten steckenden Autokonzerns übernehmen. In den neuen Konzern sollte auch der russische Autohersteller GAZ eingebunden werden.

Tausende Seiten Vertragstext wurden Altpapier


Als die Verhandlungen faktisch abgeschlossen waren, machte die GM-Leitung im November jedoch einen Rückzieher. „Neun Monate Verhandlungen und 9.000 abgezeichnete Seiten des Vertrags waren unterschriftsreif. Und dann sagt GM das Geschäft zwei Tage vor der Unterzeichung ab“, so Gref.

Wie hoch die Forderungen der Sberbank an GM sind, präzisierte Gref nicht. Magna hatte von eigenen Auslagen in Höhe von 100 Mio. Dollar für die geplatzte Übernahme gesprochen.

In Russland hatte man sich von dem Opel-Erwerb durch die größte Bank des Landes einen Innovationsschub für die eigene Autoindustrie erhofft. Möglicherweise wäre es dann auch zu einer Kooperation von Opel und Lada gekommen.