Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Montag, 04.12.2000

Superzug: Im Moskauer „Falken“ nach Berlin

Von Gisbert Mrozek (Moskau). Russland hat seit dem Wochenende eine neue Attraktion. Sie heißt schlicht ER-200, ist stromlinienförmig, in den Farben der russischen Fahne gehalten und befördert 400 Passagiere in vier Stunden von Moskau nach St. Petersburg. Für umgerechnet 23.- DM pro Fahrkarte. Der Wodka in den zwei Zug-Bars muss extra bezahlt werden. Die weißen Vorhänge, die Biotoiletten und die recht bequemen Flugzeugsessel sind im Fahrpreis inbegriffen. Der moderne Superschnellzug hat damit sogar Chancen, dem Linienflugverkehr zwischen Petersburg und Moskau den Rang abzulaufen.

Der weiß-blau-rote ER-200 ist fast doppelt so schnell wie die alten sowjetischen Schlaf-Schnellzüge vom Typ „Roter Pfeil“, die bis heute die beiden Städte Nacht für Nacht verbinden. Erreicht wurde die enorme Beschleunigung vor allem durch Neuplanung des Güterverkehrs und die Modernisierung des Schienenstranges. In den letzten Jahren wurden auf 650 km Strecke erstmals seit Stalins Zeiten Schienen und Schwellen komplett ausgetauscht, der Streckenverlauf begradigt, Bahnübergänge und Brücken beseitigt und Schall- und Schutzmauern an der Strecke hochgezogen. Der ER-200 kann denn auch kurz nach dem Verlassen des Moskauer Bahnhofs in St.Petersburg schon seine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern entwickeln – und bis auf die letzten 100 km vor Moskau auch halten. Für die Sicherheit wird teilweise noch im Handbetrieb gesorgt: Schrankenwärter werden nicht mehr mit roten Fähnchen am Übergang stehen, sondern müssen dem Zugführer per Funk im voraus melden, dass die Schienen frei sind.

Wenn der letzte Streckenabschnitt modernisiert ist, soll ER-200 schon im kommenden Jahr eine Fahrzeit von unter vier Stunden von Stadtzentrum bis Stadtzentrum bieten. Das ist ebenso schnell, wie mit Taxi und Linienflugzeug – aber um ein mehrfaches billiger.

Das ist aber noch nicht das Ende der Putinschen Beschleunigungskur: Noch im nächsten Jahr soll ein neuer Hochgeschwindigkeitszug namens „Falke“ (Sokol) auf Jungfernfahrt gehen. Er soll dann mit 350 km/h die Strecke, für die die Hofschranzen der Zaren noch zwei Wochen brauchten, in nur zwei Stunden schaffen. Eine erste Probefahrt wurde im Herbst allerdings aus technischen Gründen verschoben. Nach den Plänen des Eisenbahnministeriums sollen in den nächsten zehn Jahren insgesamt fast hundert „Falken“ mit jeweils 12 Waggons und 860 Plätzen gebaut und auf neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken eingesetzt werden, die Moskau nicht nur mit St.Petersburg, sondern auch mit Sotschi und Warschau und Berlin verbinden sollen. Die Schienen von Moskau in Richtung Berlin sollen schon ab dem Jahre 2002 grundüberholt werden. Die Moskauer „Falken“ sollen dann die Strecke bis zum Bahnhof Friedrichstraße in nur 17 Stunden statt wie bisher 28 Stunden schaffen. Dann kommen sich auch Berlin und Moskau wieder etwas näher.

Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 04.12.2000
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

28.05.2012Norwegisches Unternehmen Kvaerner will Vertretung in Russland eröffnen
28.05.2012Fridman verlässt Chefposten bei Ölkonzern TNK-BP
27.05.2012Hague reist nach Moskau: Syrien und Iran sowie bilaterale Beziehungen im Mittelpunkt
26.05.2012Experte: Daimler wird Anteil an Kamaz bis Jahresende kaum aufstocken
25.05.2012Gazprom will Gaspipeline South Stream nicht nach Österreich bauen (Zusammenfassung)

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com