 |
|
| Michail Chodorkowski wurde am Wochenende verhaftet (Foto: Djatschkow/.rufo) | |
Montag, 27.10.2003
US-Ölfirmen verlieren Interesse an Yukos
Moskau. Die amerikanischen Ölkonzerne Exxon Mobil und Chevron Texaco, die nach Zeitungsberichten in Fusionsverhandlungen mit Russlands größter Ölgesellschaft Yukos standen, haben die Gespräche nach der Verhaftung Michail Chodorkowski abgebrochen. Schon am Sonntag hatte der US-Botschafter in Russland Alexander Vershbow die Verhaftung des Milliardärs als negativ für das Investitionsklima in Russland kritisiert.
|
|
Hugo Erikssen, Yukos-Pressechef für die Auslandsmedien, hatte noch Mitte Oktober behauptet, die Aktionen der Staatsanwaltschaft richteten sich nicht gegen den Ölkonzern selbst, sondern nur gegen einzelne Aktionäre. Nach der Verhaftung Chodorkowskis ist diese Aussage wohl überholt.
Theoretisch ist zwar auch Chodorkowski nur Aktionär, doch die Verhaftung des Konzernchefs hat natürlich negative Auswirkungen auf das Unternehmen. Dass die Ölmultis Exxon und Chevron Texaco als Partner vorläufig ausstiegen, ist das erste Anzeichen dafür. Nach einem Bericht der Financial Times waren die beiden amerikanischen Konkurrenten an einem 40-Prozent-Aktienpaket von Yukos interessiert. Dies wäre die die bislang größte Investition in die russische Wirtschaft gewesen.
Angeblich sollen die Verhandlungen allerdings nur zeitweise eingefroren werden, bis mehr Klarheit in der Sache herrscht. „Das Geschäft wird abgewickelt, es ist nur eine Frage der Zeit,“ sagte ein Informant der Zeitung.
|
An der Moskauer Börse verlieren die Yukos-Aktien derzeit rapide an Wert. Um 11 Uhr Moskauer Zeit waren die Papiere etwa 20 Prozent weniger wert als am Freitag. Auch die übrigen Öl- und Energiewerte begaben sich auf Talfahrt.
Lukoil-Aktien fielen um etwa elf Prozent, die Aktien von RAO EES um über acht Prozent.
(ab/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>