Montag, 04.10.2004

Weißrussische Lastwagen made in EU

MAZ-Muldenkipper (foto: maz.by.com)
St. Petersburg. Fahrzeuge des Minsker Lkw-Herstellers MAZ werden in Zukunft auch auf EU-Territorium gebaut: Im litauischen Vilnius wurde eine Fertigungsanlage in Betrieb genommen, auf der in diesem Jahr noch 50 und dann pro Jahr bis zu 800 dreiachsige MAZ montiert werden sollen. Die Fahrzeuge werden mit Euro-3-Dieseln von Deutz ausgerüstet und sollen zwischen 25.000 und 45.000 Euro kosten.
Der litauische MAZ-Vertriebspartner „Ziemgalos automobiliai“ investierte nach Angaben der Zeitung „Bisnes&Baltija“ in die Anlagen 1,45 Mio. Euro. Verkauft werden sollen die MAZ-Trucks zunächst im Baltikum, später aber auch in Westeuropa. Hintergrund des Projekts sind die ab 2005 von 15,4 auf 22 Prozent steigenden Importzölle auf die vergleichsweise billigen weißrussischen Laster.

Auch der lettische MAZ-Importeur „Alkom-trans“ will noch in diesem Jahr in Riga mit der Montage von MAZ-Fahrzeugen beginnen. Dort sollen dann Zweiachser mit einer maximalen Nutzlast von 10 Tonnen gebaut werden.

Etwas ganz Neues ist die Montage russischer Automobile in EU-Staaten dabei nicht: Vor einigen Jahren wurde schon einmal vorübergehend ein für den EU-Markt bestimmtes „Exportmodell“ des Lada Samara in der finnischen Automobilfabrik Valmet gebaut.

Das Minsker Automobilwerk fertigt seinerseits ein „Westprodukt“ in Weißrussland: MAZ kooperiert mit dem deutschen Lkw-Hersteller MAN und bietet unter der Marke MAZ-MAN in den GUS-Staaten moderne Lastwagen an, die westlichen Normen entsprechen.
(ld/rufo)