Donnerstag, 27.06.2013

Weißrussland kassiert ab 1. Juli für Fernstraßennutzung

Der LKW-Verkehr soll in Russland ab November 2014 per Maut Milliardenbeträge für den Straßenunterhalt einfahren (Foto: ld/rufo)
Minsk. In Weißrussland müssen LKW-Fahrer jetzt eine elektronisch erhobene Maut für den Ost-West-Transit bezahlen. Auf Russlands Straßen folgt ein ähnliches System in einem Jahr.
In Weißrussland müssen auch ausländische PKW-Fahrer die Maut bezahlen - es sei denn, ihre Autos sind in den Zollunions-Parternstaaten Russland oder Kasachstan zugelassen.

In allen mautpflichtigen Fahrzeugen müssen On-Bord-Units installiert werden, die von „BelToll“ an Servicepunkten für 50 Euro Kaution abgegeben werden. Mit über den Straßen montierten Lesegeräten werden die Passagen der Fahrzeuge registriert und abgerechnet.

Transitstrecke komplett mautpflichtig


Mautpflichtig werden neben der 609 Kilometer langen West-Ost-Transitstrecke M-1 von Brest über Minsk zur russischen Grenze auch einige Teilstrecken der M-2 zum Minsker Flughafen, der M-3 von Minsk nach Witebsk, der M-5 von Minsk nach Gomel und der M-6 von Minsk über Grodno zur polnischen Grenze.

Die Höhe der Maut beträgt auf den mautpflichtigen Abschnitten 0,04 Euro pro Kilometer für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Bei schwereren Lastwagen ist die Achszahl entscheidend: Zwei Achsen kosten 0,08 Euro pro Kilometer, drei Achsen 0,10 Euro und vier oder mehr Achsen 0,12 Euro pro Kilometer.

Nähere Informationen über das System gibt es auf Englisch, Polnisch und Russisch auf der Webseite www.beltoll.by.

Russland führt 2014 Straßenbenutzungsgebühr für Lkw ein


Ab dem 1. November 2014 will auch der russische Staat auch alle inländischen Halter von Lkw über 12 Tonnen zulässigen Gesamtgewicht mit einer Straßenbenutzungsgebühr zur Kasse beten. Für die Nutzung von Fernstraßen föderaler Bedeutung soll mittels eines noch aufwändiger gestalteten technischen Systems eine Gebühr von 3,50 Rubel (ca. 8 Euro-Cent) pro Kilometer erhoben werden. Auf ohnehin mautpflichtigen Strecken soll nicht zusätzlich kassiert werden.

Seit 2009 mussten in Russland nur Fahrer von Lkw aus den EU-Staaten, der Schweiz und Turkmenistan eine Straßennutzungsgebühr entrichten, da auch für Fahrten von russischen Trucks in diesen Ländern Gebühren erhoben werden. Die damals festgelegten Sätze lagen zwischen ca. 8 Euro pro Tag und 1300 Euro für eine Jahres-Berechtigung. Wie das neue System auf ausländische Fahrzeugen angewandt werden soll, ist noch nicht bekannt.

Premier Dmitri Medwedew unterzeichnete eine Verordnung, wonach das lange erörterte Maut-System bis zum 1. November nächsten Jahres in Betrieb genommen werden soll. Der Staat hofft so, jährlich bis zu 160 Mrd. Rubel (ca. 3,8 Mrd. Euro) einzunehmen, die für den Straßenbau verwendet werden sollen.

Russische On-Bord-Unit gibt es für einheimische Lkw kostenlos


Das von der staatlichen Straßenbetriebs-Gesellschaft Rosavtodor erarbeitete System sieht vor, etwa zwei Millionen Lastwagen im Land kostenlos mit einem Maut-Gerät auszustatten, das über GPS und dessen russisches Pendant Glonass die gefahrenen Strecken an ein Rechenzentrum übermittelt. Die Lkw-Halter müssen ihrerseits für jedes Fahrzeug Verrechnungskonten einrichten, von denen die anfallenden Gebühren abgebucht werden.

Mit Sensor-Kameras soll zudem an wichtigen Fernstraßen geprüft werden, ob die passierenden Fahrzeuge auch beim Mautsystem angemeldet sind. Für Mautpreller sind bereits Strafen von bis zu 1 Mio. Rubel (ca. 24.000 Euro) festgelegt worden.

Betrieben werden soll das Mautsystem von einem kommerziellen Konzessionär, der noch per Ausschreibung gefunden werden muss. Die Startinvestitionen werden mit 25 Mrd. Rubel (595 Mio. Euro) angegeben.

Im Gegenzug wird der Staat dem Mautsystem-Betreiber bis 2025 jährlich 11 Mrd. Rubel für den Unterhalt des Systems bezahlen.