Montag, 29.09.2003

Yukos-Sibneft bis 2007 internationaler Ölkonzern

Ölturm in Sibirien (Foto: Djatschkow/.rufo)
Moskau. Michail Chodorkowski, der Chef der Ölgesellschaft Yukos will auf internationaler Ebene expandieren. Die Fusion mit einem ausländischen Partner soll Yukos nicht nur in Russland, sondern weltweit zu einem „Big Player“ machen. Bis 2007 gibt sich Chodorkowski Zeit, um alles abzuschließen. Dann will er seinen Posten als Yukos-Chef räumen.
„Mit 45 ist Schluss“ Darauf besteht Chodorkowski nach wie vor. Über seine weiteren Pläne nach der Business-Karriere schweigt der heute 40-Jährige allerdings. Politische Ambitionen werden ihm nachgesagt. Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 wolle er antreten, wird gemunkelt. Bei den Duma-Wahlen 2004 finanziert er die oppositionellen Parteien KPRF und Jabloko, was ihm Ärger mit dem Kreml einbrachte.

Nicht zuletzt deshalb will Chodorkowski raus aus Russland – mit seinem Konzern versteht sich. Die internationale Arena gewährt eine größere Unabhängigkeit von Wasserstandsmeldungen aus dem Kreml. Es gibt für die internationale Expansion allerdings nicht nur persönliche, sondern auch handfeste ökonomische Gründe.

Die Aktien von Yukos bergen aufgrund der regionalen Gebundenheit des Konzerns ein höheres Risiko als die der Konkurrenten Exxon Mobile, Shell oder BP. Dies wirkt sich auf die Bewertung der Anteile aus, aufgrund der reinen Ölreserven müsste der Preis eigentlich höher liegen.

Eine Fusion mit einem der Konkurrenten ist deshalb sehr wahrscheinlich. Wenn nicht mehr in diesem Jahr, dann doch in relativ kurzer Zeit. Denn die Aktien von Yukos-Sibneft gelten als Schlüssel zu den Ölvorkommen Ostsibiriens.

Schon beim Besuch des amerikanischen Ex-Präsidenten George Bush sr. vor zwei Wochen waren Gerüchte in der russischen Presse hochgekocht. Der Texaner sei gekommen, um zu verkünden, dass der Konzerns Chevron Texaco Aktien von Yukos kaufen wolle, rauschte es durch den russischen Blätterwald. Die Spekulationen erwiesen sich als haltlos. Vorerst.

(ab/.rufo)