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Für einige ist der 23.Februar immer noch der Tag der Roten Armee.
Für einige ist der 23.Februar immer noch der Tag der Roten Armee.
Montag, 23.02.2004

Glückwunsch: Tag der Armee, Tag der Deportationen

Moskau. Wenn Ihnen dieser Tage jemand „Froher Feiertag!“ zuruft, dann ist nicht etwa der Rosenmontag gemeint. Offiziell ist heute in Russland der „Tag der Vaterlandsverteidiger“, früher „Tag der Sowjetarmee“. Inoffiziell als „Tag des Mannes“ als Vorwand zum Wodkakonsum genutzt. Für andere ein Tag der Trauer, weil am 23. 2. 1944 Stalin die Tschetschenen deportieren liess. Demonstrationen von Menschenrechtsorganisationen in Moskau wurden heute verboten.

Der 23.Februar wurde auf Anweisung Stalins zum Feiertag erhoben. Am 23.Februar 1918 waren die ersten Abteilungen der Roten Armee aufgestellt worden, um die Oktoberrevolution gegen die unter General Hoffmann vorrückende Deutsche Reichswehr zu verteidigen. Am 23.2.18 hatte die Reichswehr Pskow eingenommen.

Der Tag hiess dementsprechend ursprünglich „Tag der Roten Armee“, wurde später in „Tag der Sowjetarmee und Kriegsmarine“ umbenannt.

Historiker streiten sich bis heute darüber, ob Stalin und Berija die Deportation der Tschetschenen mit Bedacht am 23.2. beginnen ließ. Seitdem trauern an diesem Tag die einen, während andere feiern.

Boris Jelzin versuchte, den Tag vom schlechten historischen Beigeschmack reinzuwaschen, indem er ihn in „Tag der Vaterlandsverteidiger“ umbenannte. Ebenso hatte Jelzin den Revolutionstag am 7.November in „Tag der Versöhnung und Eintracht“ umgetauft. Jelzin anerkannte damit auch an, dass es nicht durchsetzbar gewesen wäre, diese Feiertage ganz abzuschaffen.

Der Mehrheit der Russen ist es mittlerweile egal, wie der Tag heißt und unter welchen Fahnen er begangen wird. Hauptsache, man hat einen Grund zum Feiern.

Beim Militär wird der Tag mit Kantinen-Sonderrationen, Torten und Ordensverleihungen gefeiert. Auch das obligatorische Feuerwerk um 22.00 Uhr gehört dazu.

Entsprechende Feiertage gibt es für alle Berufsgruppen, so den „Tag des Feuerwehrmannes“, den „Tag der Lehrer“, „Tag der Waldarbeiter“, „Tag der Journalisten“, „Tag des Handels“, „Tag der Miliz“, „Tag des Tschekisten“ usw..

Der 23.Februar als solcher ist jedenfalls nicht unbedingt ein Beleg für zunehmende Militarisierung der russischen Gesellschaft.

(gim/rufo)


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