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Ob die Villa am Schwarzen Meer wirklich Premier Putin gehört, wird seit Monaten im Internet diskutiert
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Mittwoch, 20.04.2011

Kremlverwalter will Lenin und Palastskandal beerdigen

Moskau. 900 VIP-Limousinen mit Blaulicht kursieren nach Angaben von Wladimir Koschin, dem Chef der Kremlverwaltung, in Moskau. Koschin hält das für kein Problem, ebenso wie den Skandal um den angeblichen Putin-Palast.

Unfälle mit VIP-Fahrzeugen haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Einer offiziellen Statistik nach waren im vergangenen Jahr 218 VIP-Fahrzeuge in Unfälle verwickelt. 30 davon waren mit Blaulicht ausgestattet.

Diskussion um VIP-Limousinen mit Blaulicht


Den größten Skandal verursachte der Frontalzusammenstoß des Dienst-Mercedes von Lukoil-Vize Anatoli Barkow auf dem Leninski Prospekt in Moskau. Bei dem Unfall kamen zwei Frauen, die Insassen des entgegenkommenden Pkw, ums Leben.

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Obwohl die Unfallstelle gewöhnlich von gut einem Dutzend Videokameras überwacht wird, konnte nach Polizeiangaben keine der Kameras den Unfall genau aufzeichnen (einige Kameras sollen angeblich ausgeschaltet gewesen sein). Während Augenzeugen berichteten, dass Barkows Limousine im Höllentempo auf der Gegenspur unterwegs war, erklärte die Polizei die Unfallopfer zu den Tätern; diese seien auf die Gegenfahrbahn ausgewichen und hätten so den Zusammenstoß verursacht – so die offizielle Version.

Koschin findet Diskussion um VIP-Fahrzeuge unnötig


Spätestens seit diesem Zeitpunkt wird eine scharfe Diskussion um die Berechtigung der Blaulicht-Limousinen in Russland geführt; eine völlig unnötige, wie Koschin meint.

Vielleicht seien 900 Blaulicht-Limousinen für Moskau zuviel, räumt er ein. Doch dies sei eigentlich nur ein Problem für die Bewohner elitärer Wohnbezirke am Kutusowski Prospekt oder der Edelmeile Rubljowka. „Wenn wir jetzt nach Birjuljowo oder Schulebino fahren und die Menschen dort fragen, ob sie das Problem aufregt, dann denke ich werden wir eine klare Antwort bekommen: Haut ab, wir haben ganz andere Probleme“.

Kremlmauer soll geräumt werden


Offensichtlich scheint es deutlich wichtiger zu sein, Lenin umzubetten. Der Leichnam des Revolutionsführers ist seit seinem Tod in einem Mausoleum an der Kremlmauer aufgebahrt. In den letzten Jahren häuften sich die Forderungen, Lenin, der übermorgen seinen 131. Geburtstag „feiert“, zu entfernen und auf dem Friedhof zu begraben.

Diesen Forderungen hat sich nun auch Koschin angeschlossen. Freilich gehe es nicht nur um die Fortschaffung des einen Leichnams. Koschin spricht sich dafür aus, auch die gesamte Kremlmauer zu räumen und die dort vergrabenen Reste der bolschewistischen Elite umzubetten und „nach christlichem Brauch“ auf dem Friedhof zu begraben

Koschin streitet Beteiligung der Kremlverwaltung an „Putin-Palast“ ab


Begraben will der Chef der Kremlverwaltung auch den Skandal um den „PutinPutin-Palast“ am Schwarzen Meer. Der geriet nach einem offenen Brief des Geschäftsmanns Sergej Kolesnikow an Präsident Dmitri Medwedew in die Schlagzeilen. Kolesnikow hatte erklärt, am Schwarzen Meer werde für eine Mrd. USD eine Residenz zum persönlichen Gebrauch für Premier Putin gebaut.

Koschin dementierte diese Vorwürfe erneut. Seine eigene Unterschrift unter einem Investorenvertrag für das Objekt begründete er damit, dass die Kremlverwaltung 2004 Investoren für die Renovierung eines kleinen staatlichen Erholungsheims in Tuapse gesucht habe.

Ausstieg angeblich 2008 erfolgt


Später hätten die Investoren dann statt einer Renovierung einen Neubau vorgeschlagen. „Und uns wurde wie bei allen anderen Investitionsverträgen ein Anteil an diesem Pensionat übertragen.“ 2008 sei die Kremlverwaltung aus dem Projekt ausgestiegen, nachdem der Investor um Geld für die Beendigung des Palastes gebeten habe.

Nun sei der Palast in Privatbesitz, lediglich das Grundstück gehöre dem Staat, sei aber an den Bauherrn verpachtet. Laut Koschin hat die Kremlverwaltung keine Beziehungen mehr zu dem Objekt.



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