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| V. Anpilow (Foto: Petrow/rUFO) | |
Mittwoch, 19.03.2003
Kommunisten drohen Bush mit Dschihad
Von Karsten Packeiser, Moskau. Um einen Angriff der USA auf den Irak abzuwenden, sind die russischen Kommunisten zum Äußersten bereit. Viktor Anpilow, lautstärkster Krakeler am linken Rand der russischen Politszene, drohte Amerika jetzt mit einem „proletarischen Dschihad“. Daran, dass mit dem einstigen Mitarbeiter des Moskauer Rundfunks und seinen meist älteren Anhängern nicht zu spaßen ist, besteht kein Zweifel. Schließlich ziehen die Anpilow-Babuschkas mit ihren Stalin-Plakaten auch bei strömendem Regen durch Moskau, wenn die revolutionäre Disziplin es erfordert.
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“Die Yankees erwartet keine Parade”, schlussfolgerte Anpilow nach einem Besuch in Bagdad. Unklar ist, wie es dem Proletarier-Führer gelang, in die Delegation russischer muslimischer und orthodoxer Geistlicher aufgenommen zu werden, die am Vorabend des Kriegsbeginns noch in den Irak reiste. Bisher pflegte er ein eher distanziertes Verhältnis zur Kirche. Unklar ist auch, ob er es schaffte, bei seinem Besuch bereits einen Voraustrupp für den angedrohten Heiligen Krieg abzuladen, bevor die gesamte Delegation einen Tag früher als geplant aus Bagdad flüchtete. Oder, ob sich der proletarische Dschihad doch nur auf die US-Botschaft am Moskauer Gartenring beschränken wird.
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Gut, dass es Anpilow gibt. Die andere diplomatische Wunderwaffe der Russen war zuvor gerade mit Totalschaden ausgefallen. Wladimir Schirinowskij will nun doch nicht mehr der Held einer Videoaufnahme gewesen sein, der bei einem Zechgelage in Bagdad George Bush mit einem neuen Stalingrad gedroht hatte. Auch seine Duma-Kollegen beschlossen jetzt, der LDPR-Chef sei auf den Aufnahmen nicht eindeutig zu identifizieren, weswegen der Saddam-Freund auch weiter stellvertretender Duma-Chef bleiben darf.
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