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Metro: Absolute Sicherheit gibt es nicht

Von Susanne Brammerloh, St. Petersburg. Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in der Moskauer Metro wurden in der Petersburger U-Bahn die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Aber auch wenn doppelt so viele Miliz-Patrouillen in den Foyers und auf den Bahnsteigen den Passagierfluss im Auge behalten, kann es eine absolute Kontrolle nicht geben.

Es liegt in der Natur der Sache. Die Metro ist ein Verkehrsmittel, dass vom Prinzip her von der schnellen Zirkulation unübersehbarer Menschenmassen lebt. Sollte jeder am Eingang samt seines Gepäcks kontrolliert werden, bricht das ganze System innerhalb weniger Minuten zusammen. Und nicht nur in St. Petersburg oder Moskau, sondern überall auf der Welt.

Auch mit dickstem Gepäck kommen die Petersburger meist völlig ungehindert in die U-Bahn. Vielleicht ist das etwas spezifisch Russisches, aber Tatsache ist, dass in diesem Land in den öffentlichen Verkehrsmitteln alles transportiert wird, was gerade noch zu tragen und zu heben ist. Besonders fällt dies in der Datscha-Saison auf, wenn die Bürger jede Menge an Hausrat aufs Land schleppen und von dort die Ernte an Obst und Gemüse in die Stadt zurückbringen.

Koffer, Taschen, Einkaufswagen auf Rädern, Kartons und Plastiktüten gehören in Russland in die Metro, wie die blauen Waggons. Eine Kontrolle ist so gut wie unmöglich. Die Milizstreifen, die auf den Bahnsteigen patrouillieren, gucken dann auch weniger nach dem Gepäck der Passagiere, als nach stark alkoholisierten Fahrgästen oder „verdächtigen kaukasischen Gesichtern“. Wer aussieht, als käme er aus dieser Ecke der Welt, muss auf Schritt und Tritt seinen Pass vorzeigen.

Im Pass transportiert der potentielle Terrorist aber nicht seine Bomben. Und – wie sieht ein Attentäter aus? Nicht alle Menschen mit „kaukasischem Äußeren“ sind Bombenwerfer. Allein die ständige Passkontrolle ist eine Diskriminierung. Wollte man die „Kaukasier“ auch noch aus der Metro fernhalten, wäre das nichts anderes als eine Sonderform von Apartheid. Eine moderne Massengesellschaft, wie sie auch die russische ist, muss also mit dem Risiko des Terrors leben. Einen anderen Ausweg gibt es nicht.
(sb/.rufo)

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Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)



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