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Das Mittelalter ist Kult in Kaliningrad: Ritterturnier zum Stadtfest (Foto: tp/rufo)
Das Mittelalter ist Kult in Kaliningrad: Ritterturnier zum Stadtfest (Foto: tp/rufo)
Montag, 03.07.2006

Stadtfest in Kaliningrad: Obelisk und Ritterturnier

Kaliningrad. Drei Tage lang feiert Kaliningrad sein traditionelles Stadtfest. Es fällt deutlich bescheidener aus als die große Geburtstagsparty 2005, obwohl auch ein Jubiläum ansteht: Das Kaliningrader Gebiet wird 60.

Das Geburtstagsgeschenk ist gerade noch rechtzeitig fertig geworden. Bis spät in den Vorabend des Stadtfestes schraubten die Elektriker an den Spots herum, doch am Morgen des 1. Juli stand sie wie aus dem Ei gepellt da: die Triumphsäule auf dem Platz des Sieges, 28 Meter roter Marmor, der Sockel umwunden von einem Bronzekranz, aus dem Wasserfontänen sprudeln. Gewidmet ist die Säule „dem großen Sieg“, wie in Goldschnitt auf dem polierten Stein zu lesen steht.

Die Säule kam die Stadt teuer zu stehen


Der teuerste Springbrunnen Kaliningrads ist der Sockel der neuen Triumphsäule (foto: tp/rufo)
Der teuerste Springbrunnen Kaliningrads ist der Sockel der neuen Triumphsäule (foto: tp/rufo)
Zur Eröffnung kamen einige hundert Leute. Doch so recht Freude wollte nicht aufkommen über das triumphale Präsent auf halbem Wege zwischen Rathaus und der neuen Christi-Erlöser-Kathedrale. Vor allem sein Preis ist vielen Kaliningradern auf den Magen geschlagen. Mit 74 Millionen Rubel (rund zwei Millionen Euro) kam der pompöse Obelisk am Ende fast doppelt so teuer wie geplant.

Party mit Politikern, aber ohne Politik


Die Musik des Stadtfestes spielte diesmal nicht dem Siegesplatz, sondern auf einer großen Bühne vor dem Haus der Räte. Hier eröffnete das Zweigestirn der regionalen Macht, Gouverneur Georgi Boos und Oberbürgermeister Juri Sawenko, mit schmissigen Reden das betont unpolitische Programm.

Kaliningrad wird 60
Am 4. Juli 1946 wurde Königsberg in Kaliningrad umbenannt - nach Stalins Mordgesellen Michail Kalinin. Schon vier Monate zuvor, am 7. April 1946, hatte der Oberste Sowjet der UdSSR mit dem Ukas 194/1 die Gründung des zunächst noch „Kenigsbergskaja Oblast“ genannten Gebietes beschlossen.
Angestrebt wurde die Aufteilung Ostpreußens allerdings bereits 1944 – in einem sowjetischen Geheimabkommen mit dem kommunistisch dominierten „Polnischen Komitee der Nationalen Befreiung“. In der Potsdamer Sieger-Konferenz (17. Juli bis 2. August 1945) begründete Stalin die sowjetischen Ansprüche auf Königsberg mit dem eisfreien Ostseehafen Pillau – aber auch damit, „dass den Russen daran liege, ein Stück des deutschen Territoriums zu erhalten, um den vielen Millionen ihrer Bevölkerung, die in diesem Krieg gelitten haben, wenigstens eine kleine Genugtuung zu verschaffen.“

Die Party begann. Sie gipfelte, nach diversen Tanzgruppen und viel Live-Musik, am Abend im Konzert des deutschen Disco-Rappers Dr. Alban. Fast so grandios wie zur 750-Jahrfeier war das große Feuerwerk.

Ordensritter-Vergangenheit wird nachgespielt


Gleich neben der Bühne lockte die Vergangenheit: Die ausgegrabenen Reste des Schlosses, zum Freilichtmuseum avanciert, stellten die Kulisse für ein Schauspiel um Ottokar II. von Böhmen, den schwertschwingenden Ordensritter und Stadtgründer Königsbergs.

Dass viele Kaliningrader das Stadtfest nutzten, um die sehenswerte Ausstellung der freigelegten Mauern zu besuchen, hat seinen Grund: Der geplante Wiederaufbau des Königsschlosses bewegt die Gemüter.

Vollends mittelalterlich ging es im Komsomol-Park im Süden der Stadt zwischen Bahnhof und Friedländer Tor zu. Die dort ausgerufenen „Ritterfestspiele“ zogen hunderte überwiegend junge Zuschauer in ihren Bann. Man konnte das Bogenschießen üben, sich für ein Erinnerungsfoto in Rüstungen zwängen und altertümliche Brettspiele ausprobieren, doch zum Hit avancierten die Turnierkämpfe.

Die Blechmänner fühlten sich wie in der Mikrowelle


Jedesmal, wenn wieder zwei Männer, in Kettenhemd, Helm und Eisenharnische gepackt, mit ihren Schwertern aufeinander eindroschen, bis einer krachend in die Knie sackte, schwoll die Stimmung an – eine Szenerie, die in der stilisierten Arena sehr an römische Gladiatorenkämpfe erinnerte.

Schweiß treibend und Schwetter schwingend: Schaukämpfe der Kaliningrader Neuzeit-Ritter (Foto: tp/rufo)
Schweiß treibend und Schwetter schwingend: Schaukämpfe der Kaliningrader Neuzeit-Ritter (Foto: tp/rufo)
Um Leib und Leben fürchten muss bei diesen Spektakeln freilich längst niemand mehr. Die Sicherheitsregeln sind streng und der heißeste Gegner, mit dem die Freizeitritter während ihrer martialischen Prügeleien fertig werden mussten, war ohnehin die Sonne. Manch wackerem Schwertkämpfer setzte die Gluthitze unter seinem Panzer so zu, dass sich am Ende der Turnierrunde nur noch zwei wankenende Blechhaufen gegenüberstanden. Die Szene der Mittelalter-Fans boomt im einstigen Königsberg. Es gibt allein drei Klubs, in denen junge Leute den Ordensritterkult zelebrieren.

Gefeiert wird eigentlich ein Stück Sowjet-Geschichte


So war das Thema Königsberg wiederum reichlich präsent auf dem Stadtfest 2006 – obwohl dieses doch eigentlich den Beginn eines ausgesprochen russischen Jubiläums markierte: 60 Jahre Kaliningrader Gebiet.

Mit einer Serie von Veranstaltungen soll dieses Jubiläum in den nächsten Wochen in Kaliningrad gewürdigt werden. Museen und Galerien zeigen Sonderausstellungen, das Nationale Sinfonieorchester kommt zu einem Gastspiel im Königsberger Dom.

Der Höhepunkt der Feiern ist Anfang September geplant: die Weihe der Christi-Erlöser-Kathedrale durch Patriarchen Alexi II. Auch Wladimir Putin hat sein Kommen zugesagt. Damit der Präsident auch etwas zum Einweihen hat, steht nun die Triumphsäule auf dem Siegesplatz.

(tp/.rufo)



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