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Der Konservatoriums-Saal (Foto: Djatschkow/rUFO)
Der Konservatoriums-Saal (Foto: Djatschkow/rUFO)
Donnerstag, 12.12.2002

Nach 100 Jahren – wieder frische Luft von Siemens

Von Ines Lasch, Moskau. Das erste Mal sorgte Siemens vor 100 Jahren für frische Luft in der Moskauer Musik-Szene - im Jahre 1901 mit einer Belüftungsanlage im Moskauer Konservatorium. Zur Feier seiner 150-Jahre-Russland-Präsenz betätigt sich jetzt Siemens wieder als Musik-Mäzen – und schenkte dem altehrwürdigen Konservatorium eine neue Anlage.

Annähernd 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur verfolgten, wie der Leiter des Moskauer Konservatoriums Alexander Sokolow und die Direktorin der Siemens-Niederlassung in Russland Agnessa Frantik gemeinsam symbolisch den Startknopf drückten. “Das neue Musikinstrument” des Konservatoriums setzte sich unter dem Beifall aller Anwesenden in Bewegung.

Noch am Vortag hatte das Orchester des Konservatoriums nach einem halben Tag die Probe abbrechen müssen, weil die Kälte und Luftfeuchtigkeit im großen Saal die Arbeit einfach unmöglich machten. Das schilderte der Ehrenprofessor und Dirigent am Konservatorium, Rodion Schtschedrin. Er bedankte sich bewegt bei den Stiftern und Erbauern des neuen “Skeletts des Hauses”, denn die Umrüstung habe nur dreieinhalb Monate bei laufendem Proben- und Konzertbetrieb gedauert.

Die neue Belüftungsanlage ist für 2000 Besucher ausgelegt. Stündlich werden 50.000 m3 Luft absolut geräuschlos ausgetauscht. Weder die Fassade noch die Innenräume des Gebäudes lassen den Besucher etwas von der geballten High-Tech ahnen. Sie behielten ihr Aussehen.

“Das Herz des Hauses befindet sich im “vierten Saal” des Konservatoriums”, erklärt der leitende Ingenieur und Projektmanager Viktor Akimoltschkin auf dem anschließenden Empfang. “Genau unter dem Konzertsaal stehen in mehreren absolut schallgeschützten Kammern die Motoren und Kompressoren, und durch das gesamte Gebäude führen Kilometer von Luftschächten und Kabeln. Das Konservatorium hat immerhin die Ausmaße eines achtstöckigen Hauses.”

Aber es geht nicht nur darum, dass niemand mehr auf den oberen Rängen wegen “dicker Luft” in Ohnmacht fallen soll. Auch die Steinway-Flügel auf der Bühne, die Cavaille-Coll-Orgel und die Instrumente der Musiker hatten in den letzten Jahren erheblich unter extrem schwankenden “Klimaverhältnissen” gelitten. Die Temperaturen im Saal schwankten zum Beispiel zwischen 16 und 32 oC, die Luftfeuchtigkeit sogar zwischen 32 und 90 %. Vorgeschrieben sind hingegen eine Luftfeuchtigkeit von 50 –55 % bei einer gleich bleibenden Raumtemperatur von 21 oC.

Siemens nutzte die Gelegenheit, die Gäste auch gleich über die russische Unternehmensgeschichte zu informieren. Eine Videoinstallation und das Moskauer Studio für Neue Musik ließen lebendige Bilder vom Siemens-Anteil an der Elektrifizierung und Industrialisierung Russlands seit 1853 erstehen.

Die Firma Siemens hat Russland in den Jahren 1851 bis 1870 an das Telegrafennetz zwischen England und Indien angeschlossen. Im Jahre 1882 erhielt Siemens & Halske die höchste Erlaubnis des Zaren, seine Erzeugnisse und Anlagen mit dem damaligen russischen Qualitätssiegel zu versehen – dem doppelköpfigen Adler.

Siemens hatte so zum Ende des 19. Jahrhunderts die Philharmonie und den Newski Prospekt in Sankt Petersburg elektrifiziert und mit Lampen ausgestattet. Im Jahre 1898 unterzeichneten die “Herrschaftliche Russische Musik-Gesellschaft” und die “Gesellschaft für elektrische Beleuchtung” den Vertrag über “die Errichtung der elektrischen Beleuchtung im neuen Gebäude des Moskauer Konservatoriums”. Im Jahre 1901 folgte dann die erste Belüftungsanlage des großen Saales.

Heute beschäftigt Siemens in seinen russischen Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen 1.100 Menschen, davon 1.060 russische Staatsbürger.

Am 9. Dezember 2002 trat der neu gegründete Förderverein des Moskauer Konservatoriums zu seiner ersten Sitzung zusammen. Gerade zur rechten Zeit, sagt der Leiter des Konservatoriums Alexander Sokolow erleichtert. Vereinszweck ist die endgültige Rekonstruktion und Renovierung des Konservatoriums. Ins gemeinsame Boot ist nun zu Aeroflot, Lukoil, Ernst & Young auch Siemens eingestiegen.

Das Studio für Neue Musik unter der künstlerischen Leitung von Juri Baschmet und Dirigent Igor Dronin dankte es den Sponsoren mit einem brausenden Finale. Die Musiker hatten im Jahre 2001 den Preis der Siemens Musikstiftung gewonnen.

Die Luft im Saal war am Ende des Abends so frisch wie zu Beginn.

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