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Dienstag, 29.10.2002

Polizeioffzier half Geiselnehmern

Moskau. Heute werden die Toten begraben, die die Geiselbefreiung nicht überlebten. Heute morgen lagen noch 311 in den Kliniken, 16 von ihnen noch in kritischem Zustand. Viele der Toten und Überlebenden sind noch nicht identifiziert. Ein Toter Amerikaner konnte aber von Mitarbeitern der US-Botschaft in einem der Moskauer Leichenhäuser identifiziert werden. Eine Vergiftung zogen sich auch zwei Männer der Antiterrorgruppe Alfa zu. Trotzdem rechtfertigen jetzt Geheimdienstler den Gaseinsatz.

Mittlerweile sind drei Mitwisser und Helfer der Geiselnehmer verhaftet. Es handelt sich um 2 Tschteschenen aus dem Familienverband des Mowsar Barajew und um einen – vermutlich russischen - Polizeioffizier.

Es soll ein altgedienter Offizier mittleren Ranges sein, der auch Zugang zum Informationen aus der Einsatzzentrale hatte. Er übermittelte praktisch alles, was er wusste, per Mobiltelefon an die Tschetschenen. Die Gespräche wurden zwar aufgezeichnet, wie alle Telefongespräche im Umkreis des Theaters, konnten aber nicht sofort ausgewertet werden. Die Tschetschenen waren so jedenfalls bestens informiert. So sollen sie auch die Geiseln vor einem Gaseinsatz gewarnt haben, so hatten Augenzeugen am Wochenende berichtet.

Das Gas betäubte die Menschen im Saal sofort, auch die Tschetscheninnen mit den Sprengstoffgürteln. Der Kampf in anderen Gebäudeteilen dauerte aber etwa eine Viertelstunde lang, berichtet ein Antiterrorspezialist in einem Interview mit der Iswestia. Dabei habe es keine Verluste unter den 200 Männern der Sondereinsatzkommandos Alfa und Wimpel gegeben.

Hätte es keinen Gaseinsatz gegeben, hätte nicht nur die Gefahr bestanden, dass das Gebäude gesprengt wird, sondern auch, dass Panik unter den über 750 Geiseln ausbricht. Kinder, Schwache oder Kranke hätten dabei zu Tode getreten werden können, sagt der Geheimdienstoffizier.

Für die hohe Zahl der Toten macht der Geheimdienstler die Rettungsdienste verantwortlich. Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums hätten, anstatt schnell die Bewustlosen aus dem Saal an die frische Luft zu bringen, erst lange draussen in ihren Fahrzeugen gesessen und dann zuerst einmal Videoaufnahmen des Saales gemacht.

Es habe zuwenig Ärzte und Krankenpersonal vor Ort und in den Krankenhäuser gegeben. Die Arbeit in den Kliniken sei schlecht organisiert gewesen. (rUFO/gim)

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