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Aslan Maschadow/foto:newsru.com
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Freitag, 25.10.2002

Behörden sehen Maschadow als Drahtzieher

Moskau. Der Plan für die Geiselnahme in Moskau wurde vom tschetschenischen Ex-Präsidenten Aslan Maschadow mit ausgearbeitet. Dies behaupten jedenfalls die russischen Behörden. Man verfüge über Beweise, die die Verbindung der Geiselnehmer zu dem untergetauchten ehemaligen Chef der Kaukasusrepublik belegen, erklärte Vize-Innenminister Wladimir Wassiljew. Widersprüchlich sind die Informationen, ob der russische Krisenstab mit Maschadow verhandeln möchte oder nicht.

Belegt werde diese These durch abgehörte Telefongespräche aus dem besetzten Theater. Nach offiziell nicht bestätigten Berichten habe eine Geisel gesagt, die Terroristen würden ihre Geiseln freilassen, wenn ihnen Maschadow oder der Feldkommandeur Bassajew telefonisch bestätigen würde, dass der Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien begonnen habe.

Ein Sprecher des Inlandsgeheimdienstes FSB erklärte desweiteren, der Einsatzstab verfüge über eine Videokassette mit einer Ansprache Maschadows, in der dieser eine Operation ankündige, die „die Geschichte des Tschetschenienkrieges verändern“ würde. Maschadow habe also zumindest von den Vorbereitungen zu der Geiselnahme gewusst.

Wassiljew hatte auch erklärt, der Krisenstab bemühe sich, mit Maschadow Kontakt aufzunehmen. Die russischen Behörden täten dies einzig mit dem Ziel, Menschenleben zu retten. Später dementierte ein Sprecher des Stabes dies allerdings wieder. Man habe lediglich angesehene Tschetschenen gebeten, in ihrer Heimat den Kontakt zu Hintermännern und Vertrauensleuten der Geiselnehmer zu suchen um auf diesem Weg auf sie mäßigend einzuwirken. Dabei könnte natürlich auch Maschadow angesprochen werden.

Bislang lehnte die russische Führung direkte Kontakte oder Verhandlungen mit dem ehemaligen Präsidenten der abtrünnig gewordenen Republik grundsätzlich ab. Allerdings erweckten in letzter Zeit viele Informationen über die Lage im tschetschenischen Widerstand eher den Eindruck, dass Maschadow in den Kreisen der Kämpfer nur noch wenig Ansehen hat und seine Befehlsgewalt über andere Feldkommandeure mehr als fraglich ist. Andererseits steht seine moralische Autorität im tschetschenischen Volk außer Frage.

Der Duma-Abgeordnete Josif Kobson berichtete heute, bei seiner gestrigen Vermittlungsmission im Theater habe ihm einer der Terroristen gesagt, sie handelten im Auftrag Maschadows.

Maschadow selbst hatte gestern in einem Kommunique die Geiselnahme scharf verurteilt.

(ld/rUFO)

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