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| Politrentner und doch ohne Rente: Eduard Schewardnadse (Foto: rufo) | |
Donnerstag, 07.04.2005
Schewardnadse sauer wegen ausbleibender Rente
Moskau. Eduard Schewardnadse kritisiert seinen Nachfolger Saakaschwili scharf. Freilich stört den georgischen Ex-Präsidenten nicht die Selbstherrlichkeit Saakaschwilis, sondern das Ausbleiben der eigenen Rente.
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Auch der außenpolitische Konfrontationskurs Michail Saakaschwilis ist ihm weniger ein Anlass zur Schelte. Die Strom- und Gasrechnungen seiner Datscha müsse er selbst bezahlen, klagt Schewardnadse und Rente bekomme er auch nicht.
Ihm sei bei seinem freiwilligen Abtritt Sicherheit, der Erhalt seiner Datscha und eine angemessene Rente versprochen worden, beschwerte sich Schewardnadse. Die Datscha mitsamt Wach- und Bedienungspersonal hat er auch bekommen, doch die Ausgaben für Strom, Wasser und Gas muss der Ex-Präsident aus eigener Tasche bezahlen – inzwischen über 5.000 USD.
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Er werde die Rechnung aus seinen Ersparnissen begleichen, verprach Schewardnadse, doch eigentlich sei es üblich, dass ehemalige Staatschefs auch auf Staatskosten leben, machte er sichtlich gekränkt seinem Ärger Luft.
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400.000 USD Ersparnisse und keine Rente
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Dreimal wandte er sich bereits mit der Bitte an die neue Regierung, ihm eine Rente auszusetzen. Bislang bekam er keine Antwort. Ganz mittellos ist der arme Schewardnadse aber noch nicht. Immerhin hat er selbst noch kurz vor seiner Amtsniederlegung Ersparnisse von über 400.000 USD angegeben, die ihm bis heute keiner genommen hat. Zum Vergleich: Ein Rentner erhält in Georgien durchschnittlich 28 Lari (14 USD) im Monat.
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Die Einnahmen Schewardnadses stammen der Steuererklärung zufolge freilich nicht aus Staatsmitteln, sondern aus Prämien verschiedener ausländischer Organisationen. Sein Gehalt als georgischer Präsident nimmt sich da verhältnismäßig bescheiden aus. Gerade einmal 400 Lari (200 USD) verdiente Schewardnadse im Monat.
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Saakaschwili nicht nur bei Schewardnadse unbeliebt
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Sein Nachfolger Michail Saakaschwili bekommt immerhin das Zehnfache. Aber auch ihn schmückt Bescheidenheit: Das Parlament wollte ihm ein Gehalt von 7.000 Lari (3.500 USD) aussetzen, doch Saakaschwili lehnte ab. Unverständlich, warum bei soviel Bescheidenheit das Rating des einst so populären Oppositionsführers rapide fällt.
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Um 25 Prozent stürzte Saakaschwili in der Beliebtheitsskala auf gerade noch 38,2 Prozent ab. Doch möglicherweise ist es weniger das persönliche Schicksal Schewardnadses, dass die Georgier konsterniert, sondern eher die gesamtwirtschaftliche Situation im Lande und die Verfolgung der Opposition.
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(ab/.rufo)
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