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| Die Mitki in voller Besatzung. Foto: www.avto.spbland.ru | |
Dienstag, 12.04.2005
Künstlergruppe Mitki kämpft gegen Immobilien-Haie
St. Petersburg. Die Petersburger Künstlergruppe Mitki hat Ärger. Ihre große Mansarde an der Uliza Prawdy hat anscheinend einen ganz anderen Besitzer. Um seinen Anspruch durchzusetzen, griff der unlängst zu ziemlich unschönen Methoden.
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Der Streit um das Kunst-Zentrum „Mitki-WCHUTEMAS“ an der Uliza Prawdy Nr. 16 währt schon geraume Zeit. Die auch im Ausland bekannte nonkonformistische Künstlergruppe nutzt die Mansarde seit neun Jahren als Ausstellungsfläche. Wie sich herausstellte, belegt sie die Hälfte des Dachgeschosses aber illegal.
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Den von der Stadt zur Nutzung überlassenen 193 qm hatten die Mitki weitere 212 hinzugefügt, als sie die völlig heruntergekommene und scheinbar herrenlose benachbarte Mansarde auf Vordermann brachten und für ihre Zwecke nutzten. Das ging auch lange gut – bis im letzten Jahr plötzlich Leute auftauchten, die Besitzansprüche auf die eigenmächtig besetzten Räume anmeldeten.
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Matwijenko macht sich stark für die Kunst
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Die sofortige Kündigung konnten die Künstler damals verhindern, nicht zuletzt wegen der Unterstützung durch die Medien, die interessierte Öffentlichkeit und das Stadtoberhaupt persönlich. Gouverneurin Valentina Matwijenko machte sich für die Mitki stark, und es kehrte erst einmal wieder Ruhe ein.
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Inzwischen beschäftigt sich ein Petersburger Gericht mit der Sache. Die angeblichen Besitzer der 212 Quadratmeter fordern die Ausweisung der Mitki und die Zahlung von 500.000 Rubel Wiedergutmachung. Die Anwälte der Künstler wollen dagegen beweisen, dass die Übergabe der besagten Räume in Privatbesitz aufgrund gefälschter Papiere vonstatten ging.
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Angebliche Besitzer greifen zu ominösen Mitteln
Damit haben sie große Aussicht auf Erfolg. Die umstrittene Fläche hat weder Gas, Wasser noch Strom und kann deshalb niemals als Wohnraum gelten. Die Legalität des Kaufs zu beweisen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein.
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Das haben inzwischen wohl auch die „Besitzer“ begriffen. Und frei nach dem Motto „Wenn nicht mit den Buchstaben des Gesetzes, so mit der Brechstange“ eben zu dieser gegriffen. Am 6. April rückte ein Schlägerkommando in der Uliza Prawdy an und schlug dort alles kurz und klein. Dutzende von Bildern wurden zerstört oder beschädigt.
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Die Stadt steht hinter den Mitki
„Wir stehen moralisch auf der Seite der Mitki und sind bereit, die Pacht mit ihnen um weitere zehn Jahre zu verlängern“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des städtischen Komitees für Staatseigentum Alexej Tschitschkanow am Montag gegenüber der Tageszeitung „Iswestija“. Gerade dieser Behörde obliegt die Bereitstellung von Künstlerateliers.
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Die Mitki sind völlig frustriert
Dmitri Schagin von der Künstlergruppe befürchtet, dass der Konflikt sich noch weiter hinziehen wird. Auf die Frage, ob die Gruppe sich vielleicht andere Räume suchen könnte, sagte er: „Wir denken überhaupt daran, in Petersburg die Zelte abzubrechen, wenn uns hier keiner braucht. Man ruft uns schon lange nach Zarskoje Selo oder nach Moskau.“ (sb/.rufo)
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