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| Auf der Kurischen Nehrung (Foto: Mischke/.rufo) | |
Mittwoch, 25.05.2005
Ungezügelter Tourismus gefährdet Kurische Nehrung
Kaliningrad. Mit den warmen Tagen beginnt auf der Kurischen Nehrung wieder die sommerliche Touristensaison. Die Einwohner leben von dem Geschäft, doch die unkontrollierten Besucherströme zerstören die Natur.
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„Im Vergleich zum litauischen Teil der Kurischen Nehrung haben wir noch sehr wenige Besucher“ sagt Swetlana Koroljewskaja von der Tourismusabteilung der Nationalpark-Verwaltung „Kurische Nehrung“. Trotzdem sind es weit über 250.000 Menschen, die den russischen Teil der schmalen Halbinsel jährlich besuchen.
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Die Invasion setzt vor allem in den Ferienmonaten Juli und August ein. Aus Moskau reisen die „neue Russen“ an, aus Kaliningrad die Tagesgäste. Vor allem letztere kommen häufig mit dem eigenen PKW, selbst die hohe Ökosteuer am Eingang des Nationalparks schreckt die Autofahrer nicht davon ab.
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Umweltverschmutzung durch Abfall und Lärm
„Die Autofahrer sind unser größtes Problem“ sagt Swetlana Koroljewskaja. „Sie halten an, wo sie wollen und sie bringen mit, was sie wollen.“ Von dieser Freiheit wird offensichtlich ausgiebig Gebrauch gemacht - der Müll in allen Ecken des Nationalparks zeugt davon. Der Lärm von der Straße, den Picknick machenden Touristen oder deren Autoradios verschreckt zudem die Tiere, die in den schmalen Waldstreifen links und rechts der Strecke leben. Und da die Russen in die Natur fahren, um zu angeln oder Pilze zu suchen, sind weitere Konflikte zwischen Nationalpark und Besuchern vorprogrammiert.
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Ärger machen auch die „neuen Russen“, die mittlerweile vor allem das Fischerdörfchen Morskoje fest in ihrer Hand haben. Die Neureichen kurven mit Motorrädern auf den Dünen herum oder nutzen die Sandberge als Skihänge. Früher durften die Mitarbeiter der Parkverwaltung in diesen Fällen Geldstrafen verhängen. Mittlerweile ist ihnen das von staatlicher Seite verboten.
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Unzureichende Infrastruktur
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Rund 30 Pensionen und Hotels gibt es zur Zeit auf dem russischen Abschnitt der Nehrung. Doch in den Sommermonaten liegt die Nachfrage weit höher, die meisten Urlauber wohnen deshalb in Privatunterkünften. Doch die Infrastruktur ist der saisonalen Bevölkerungsexplosion nicht gewachsen. Im Sommer besteht in den Dörfern Lesnoje, Rybatschi und Morskoje akuter Wassermangel. Eine Kanalisation gibt es nirgends. Die Abwässer werden direkt ins Haff geleitet. Auch die Telefonleitungen sind veraltet und ein Abschnitt der Nehrung zwischen Lesnoje und Rybatschi ist auch im Jahr 2005 immer noch ohne Stromversorgung.
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Konflikte um Finanzen
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„Durch die Öko-Steuer fließt eigentlich sehr viel Geld herein“ gibt Swetlana Korolewskaja zu. Doch dieses bekommt die Nationalparkverwaltung, die sonst keine weitere nenneswerte staatliche Förderung erhält. Die Orte auf der Nehrung bekommen von den Einnahmen aus der Öko-Steuer nichts, weshalb zwischen den Kommunen und der Nationalparkverwaltung ein langjähriger Konflikt schwelt.
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Mittlerweile hat der Nationalpark immerhin den Abtransport des Mülls auf das „Festland“ nach Selenogradsk übernommen. Die anderen Probleme bleiben vorerst ungelöst.
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(jm/.rufo)
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