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Noch heißt er Chrysler Sebring und wird in den USA gebaut: Das neue GAZ-Modell (foto: edmunds.com)
Noch heißt er Chrysler Sebring und wird in den USA gebaut: Das neue GAZ-Modell (foto: edmunds.com)
Montag, 17.04.2006

Autowerk GAZ: Neuer Wolga wird ein Ami-Schlitten

St. Petersburg. GAZ kauft in den USA ein ganzes Autowerk – und verpflanzt es nach Nischny Nowgorod: Dort soll dann in zwei Jahren der Chrysler Sebring wieder vom Band laufen – aber unter einer anderen Marke.

Das zum Konzern „Basowoj Element“ des Oligarchen Oleg Deripaska gehörende Autowerk GAZ teilte am Wochenende mit, dass es zur Zukunftsicherung seiner Pkw-Produktion mit niemanden geringerem als DaimlerChrysler (DC) handelseinig geworden ist:

GAZ kauft die kompletten Produktionsanlagen der Autofabrik „Sterling Heights Automotive“ im US-Staat Michigan, wo bislang der Chrysler Sebring und der fast baugleiche Dodge Stratus produziert werden.

Second-Hand-Preis: 150 Mio. Dollar für ein neues Automodell


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Die Maschinen sollen ab Mai demontiert, nach Russland verschifft und bei GAZ wieder aufgebaut werden. Inklusive der Betreuung durch US-Spezialisten und der Lizenzgebühr für die anschließende Fertigung der Daimler-Chrylser-Entwicklungen in Russland bezahlt GAZ für dieses Geschäft 150 Millionen Dollar, so ein Firmenvertreter.

GAZ kommt damit relativ günstig zu einem würdigen Nachfolger seines einzigen Pkw-Modells, des hoffnungslos überalterten „Wolga“. Dessen Produktionseinstellung wurde vor kurzem angekündigt, dann aber doch wieder vorläufig zurückgenommen. Auf die Entwicklung eines Wolga-Nachfolgers im eigenen Haus hat GAZ schon vorher aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet.

DaimlerChrysler verdient so mehr als beim Schrotthändler


Auch für den deutsch-amerikanischen Autokonzern handelt es sich um ein günstiges Geschäft. Denn in den meisten Fällen gibt es bei einem Modellwechsel und der damit verbundenen Modernisierung einer Autofabrik keine Abnehmer für die alten Anlagen: „Bisher haben wir sie immer als Altmetall verkauft“, so ein DC-Sprecher gegenüber dem „Kommersant“.

In der Anfangsphase sollen bei GAZ die Komponenten der bisherigen Zulieferer des US-Werkes verwendet werden. Mit der Zeit will man sie weitgehend gegen russische Teile austauschen. Die Motoren sollen aus einem mexikanischen DC-Werk kommen – bis auch dieses, so die Zeitung „Wedomosti“ heute, gemäß vorläufiger Absprachen womöglich nach Russland verlagert werden wird. Seit kurzem ist im Rahmen dieser Zusammenarbeit der „Wolga“ schon mit einem 150 PS starken DaimlerChrysler-Motor erhältlich.

Kein High-Tech-Auto, sondern US-Hausmannskost


Der Sebring/Stratus wird seit 2001 unverändert gebaut und basiert auf einer Mitte der 90er Jahre entwickelten Plattform. GAZ erwirbt damit nicht unbedingt hochmoderne Auto-Technologie, aber doch eine noch zeitgemäße Basis zur Fertigung großer, komfortabler und auch preiswerter Limousinen: Angeblich soll der russifizierte Ami-Schlitten zu Preisen ab 17.000 Dollar verkauft werden. Auch will GAZ auf dieser Basis einen Kleintransporter entwickeln.

Das zwischen 140 und 200 PS starke US-Modell entspricht in seinen äußeren Abmessungen – vor allem in der Länge von 4,921 Meter - auf den Millimeter genau dem Wolga. Von Branchen-Fachleuten wird er aber eher der D-Klasse (wie Audi A4 oder Mercedes C) als der E-Klasse (Business-Limousinen wie Audi A6 oder Mercedes E) zugerechnet.

Das Auto wird weder Chrysler noch Wolga heißen



GAZ hat allerdings offenbar vor, seine amerikanische Erwerbung nicht unter dem traditionellen, aber auch imagemäßig belasteten Namen „GAZ Wolga“ zu verkaufen: Britische Berater arbeiten gegenwärtig eine neue Marke für das Produkt aus, heißt es.

Der Autohersteller von der Wolga hat sich damit für eine Art des Know-How-Transfers entschieden, wie sie auch schon bei der Werksgründung in den 30er Jahren angewandt wurde: Die Sowjetregierung kaufte damals in den USA eine Lizenz für die Fertigung des Ford A und AA ein, der dann ab 1932 im damaligen Gorki vom Band rollte.

Auch das Lada-Werk Avtovaz nahm seinen Anfang mit einer Fiat-Lizenz – und die ersten „Moskwitsch“-Modelle nach dem Krieg waren ein Abguss des Opel Kadett, dessen Produktionsanlagen in Deutschland als Reparationen beschlagnahmt worden waren.

2005 fertigte GAZ 55.000 Wolgas – Tendenz sinkend. Für das neue Produkt wird vorerst eine Jahresproduktion von 65.000 Autos angepeilt. Gemäß des Deals mit DaimlerCrysler dürfen sie aber nur in den GUS-Staaten verkauft werden.

Pläne zur Errichtung eines eigenen Autowerks in St. Petersburg hat DaimlerChrysler aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage des Konzerns gegenwärtig auf Eis gelegt.

Ob GAZ auch die Fertigung der Coupe- und Cabriolet-Varianten des Sebring/Stratos übernehmen wird, wurde bei der Bekanntgabe des Projektes nicht präzisiert.



(ld/.rufo)


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