Von Stephanie Prochnow, Moskau. Ein wenig fachfremd ist er auf der Buchmesse schon – als Architekt. Trotzdem ist Andrej Aleksandrowitsch Tschernichow nicht fehl am Platz, denn er hat ein interessantes Fachbuch über Architektur geschieben. Zu seinem Werk hat er zudem eine äußerst persönliche Beziehung, denn es handelt von den Bauten und Projekten seines berühmten Großvaters Jakow.
Andrej Tschernichow leitet in Moskau ein Architekurbüro. Darüber hinaus ist er Generaldirektor der internationalen Akademie für Architektur und der Präsident der internationalen Jakow-Tschernichow-Stiftung.
Über dessen Leben und Schaffen handelt Andrej Tschernikows erstes und bisher einziges Buch: Jakow Tschernichow (1889-1951) ist für seine architekonischen Graphiken aus den 20er und 30er Jahren berühmt. Die Arbeiten enthalten Elemente des Konstruktivismus, Rationalismus, Suprematismus und Expressionismus. Das gesamte schöpferische Werk umfasst mehr als 50 theoretische Arbeiten und über 17000 graphische Kompositionen und Entwürfe.
Jakow Tschernichow gab selber einige Bücher mit seinen Illustrationen heraus. Die Graphiken, die er unter anderm in „Fundamente der modernen Architektur“ und „Architektonische Phantasien. 101 Kompositionen“ veröffentlichte, wurden zur Quelle der Inspiration für viele westliche Künstler. In der Geschichte der russischen Architektur nimmt Jako Tschernichow eine Schlüsselposition ein – auch oder gerade, weil seine Entwürfe so innovativ waren, dass sie nur Utopie bleiben konnten.
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)