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Unabhängig, frei, desillusioniert

Von Stephanie Prochnow, Moskau. Der erfolgreiche Schriftsteller und Dramaturg Alexej Slapowskij inszeniert in seinen Werken die Individualgesellschaft in ihren verschiedenen Schattierungen. In seiner Realität streben die Menschen nach einem neuen, besseren Dasein, ohne dass sie ihr bisheriges Leben wirklich gelebt hätten.

„Bücher zu schreiben begründet meine eigene Welt. Ob das, was ich schreibe, angemessen ist oder nicht – das ist nicht die Frage. Ich mache mir keine Sorgen, solange meine Arbeiten die Realität wiederspiegeln. Ich sorge mich nur, wenn sie etwas zur Wirklichkeit hinzufügen.“

Slapowskijs aus der Realität gegriffenen Figuren sind auf der Suche nach Leben. Sie suchen Liebe, Verständnis, Respekt, Freiheit und Glück. Angetrieben von diesen elementaren Sehnsüchten sind sie bereit, die Menschen, die sie brauchen, zu hintergehen, zu verletzen und manchmal auch zu verlassen.
Der 45jährige Autor, der in Moskau lebt, stammt aus dem kleinen Ort Tscherkalowskoje im Gebiet Saratow. An der Staatlichen Universität Saratow studierte Slapowskij Philologie und übte nach dem Studium recht unterschiedliche Berufe aus. So arbeitete er eine Zeit als Lehrer, als LKW-Fahrer, als Rundfunk- und Fernsehjournalist und zuletzt als Leiter der Literaturredaktion bei der Zeitschrift „Wolga“.

Slapowski wollte schon als Kind Schriftsteller werden und begann früh zu schreiben. Mittlerweile ist er in Russland berühmt. Dreimal war er bereits für den Booker-Preis nominiert. In Deutschland ist Slapowski als Theaterautor bekannt. Sein erstes Bühnenwerk erschien 1985. Seitdem hat der Autor fast 30 Theaterstücke geschrieben, von denen zehn bisher aufgeführt wurden – und das nicht nur in Russland, sondern auch in den USA, der Schweiz, Australien, den Niederlanden und Polen.

In Deutschland wurde erstmals 1995 „Das Kirschgärtchen“ im Staatstheater Kassel gezeigt – ein Jahr, nachdem es auf der Documenta einen der beiden 1. Preise des „Europäischen Dramatiker Wettbewerbs“ erhalten hatte. Deutsche Bühnen spielten außerdem Slapowskis „Stück Nr. 27“ und „Clinch“.

In Russland ist der Autor auch durch seine Romane bekannt. Den ersten philosophischen Abenteuerroman „Ich und ich“ veröffentlichte Slapowskij 1989. Nach eigenen Worten schreibt er „Belletristik mit Anspruch“. Sie als philosophische Literatur zu bezeichnen, wie Kritiker es zuweilen taten, sei nicht richtig. Slapowskij sagt, dass er mit Hilfe von ironischen oder philosophischen Effekten das absurde Leben nicht absurd, sondern komisch wiedergeben wolle.

Im Gepäck für Leipzig hat der Autor seinen Roman „Der heilige Nachbar“: Eine Erzählung von einen Menschen, der sich für Christus hält.

Treffpunkt:
1. Donnerstag 20. März, 19.00 Uhr, Lesung aus „Der heilige Nachbar“ im Café Küf, Gottschedstraße 4
2. Freitag, 21. März, 21.00 Uhr, Szenische Umsetzung des Romans im naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46
3. Samstag, 22. März, 10.30 Uhr, Lesung aus “Der heilige Nachbar” am Gemeinschaftsstand Moskau


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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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