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Gelassenheit bei den Profis. Kopfschmerzen bereitet das derzeitige Auf- und Ab an der Börse vor allem den Kleinanlegern. (Foto: GZT)
Gelassenheit bei den Profis. Kopfschmerzen bereitet das derzeitige Auf- und Ab an der Börse vor allem den Kleinanlegern. (Foto: GZT)
Donnerstag, 24.01.2008

Achterbahn in Moskau: Russische Aktien steigen wieder

Moskau. Die Achterbahnfahrt an der russischen Börse geht weiter. Nach den teilweise verheerenden Verlusten der letzten Tage steigen die Kurse am Donnerstag wieder rapide an. Kurzfristig bleibt der Markt hochvolatil.

Innerhalb weniger Tage hat der Aktienindex RTS 20 Prozent verloren. Am Mittwoch schloss der RTS bei 1.890 Punkten, 440 Punkte von seinem Maximalwert entfernt. Am Donnerstag geht es wieder aufwärts. Knapp fünf Prozent liegt der Markt im Plus. Versuche, die 2.000-Punkte-Marke zu knacken, scheiterten bislang allerdings.

Markt sehr volatil

Kurzfristig sind so weitere Schwankungen durchaus möglich. Sollte die Marke in den nächsten Tagen nicht überzeugend genommen werden, droht eine weitere Seit- oder Abwärtsbewegung des Markts.

Bei Russland-Aktuell
• Aktienmarkt: Moskauer Börse erholt sich vom Schock (22.01.2008)
• Aktienmarkt: Index RTS sinkt unter 1.900 Punkte (22.01.2008)
• Russischer Aktienmarkt: ideenlos, kraftlos, haltlos (21.01.2008)
• Aktienindex RTS erklimmt neues Rekordhoch (29.12.2006)
Anleger sind sehr nervös, die Aufregung der letzten Tage ist der Börse anzumerken. Doch die Profis warnen vor hektischen Entscheidungen. „Es gibt doch laufend Korrekturen“, sagt Z., Manager eines Hedge-Fonds, der lieber anonym bleiben möchte. Langfristig sehe er den „Bullenmarkt“ (überwiegend steigende Kurse, die Redaktion) in Russland allerdings nicht gefährdet.

Langfristiger Aufwärtstrend hält an

„Innerhalb der letzten zehn Jahre stieg der Aktienindex jährlich um durchschnittlich 40 Prozent“, erinnert Z. Das Ende der Fahnenstange sei noch nicht erreicht. Freilich seien nicht alle Branchen gleich lukrativ. Die Ölbranche biete beispielsweise derzeit kaum Margen, meint Z.

Der berühmte Spekulant André Kostolany hatte einst seinen Lesern, versucht die „Kunst über Geld nachzudenken“ beizubringen. Nur die „Hartgesottenen“ werden es an der Börse zu etwas bringen, lautete Kostolanys Devise.

„Volksaktien“ haben das Volk noch nicht überzeugt

Ruhe zu bewahren, fällt aber vor allem den Kleinanlegern angesichts der drastischen Verluste durchaus schwer. In Russland ist die Aktienkultur noch weniger weit entwickelt als in Deutschland. Dies liegt auch daran, dass die so genannten Volksaktien „Rosneft“ und „VTB“ vom Staat und westlichen Investmentbanken zu Höchstpreisen an den Markt gebracht wurden – mit entsprechend schwacher Perfomance.

Rosneft verharrt derzeit etwa auf dem Niveau seines Ausgabepreises vor anderthalb Jahren, die VTB liegt sogar noch 20 Prozent darunter. Kein Wunder, dass sich die Begeisterung für die Börse bei der Bevölkerung in Grenzen hält.

Keine langfristigen Schäden für die Wirtschaft erwartet

Langfristig biete aber vor allem der russische Markt gute Chancen, ist Z. überzeugt. Den amerikanischen und europäischen Aktienmarkt werde er „outperformen“, das heißt überflügeln.

Wirtschaftlich scheint die Krise am Aktienmarkt Russland auch nicht zu schaden. Finanzminister Alexej Kudrin erklärte, dass die Krise sich negativ auf das Wirtschaftsklima in Russland auswirken werde. Dramatische Folgen werde sie für die Volkswirtschaft allerdings nicht haben, fügte er beruhigend hinzu. (ab/.rufo)


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