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| Viktor Kasantzew, der Generalgouverneur von Südrussland (Foto: Surgalow/.rufo) | |
Mittwoch, 05.11.2003
Investitionen, von denen keiner weiß
Moskau. Der Generalgouverneur für Südrussland Viktor Kasanzew kam zufrieden vom Investitionsforum in Berlin zurück. Am Dienstag teilte sein Stellvertreter Viktor Krochmal mit, dass die Deutschen bis zu 800 Millionen Euro in die Region zwischen Wolgograd und Kaukasus investieren wollten. Der Behauptung, dass Krupp für 300 Millionen Euro ein Stahlwerk an der Wolga bauen will, widersprach ein Konzernsprecher allerdings kategorisch.
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Krochmal wurde von der Moskauer Tageszeitung „Wremja Nowostjei“ mit den Worten zitiert, dass in kurzer Zeit „im Gebiet Wolgograd der Bau eines Kombinats zur Produktion von Krupp-Stahl“ begonnen werde. Dr. Beyer, Stellvertretender Leiter der Krupp-Repräsentanz in Moskau, sagte gegenüber russland-aktuell: An diesen Behauptungen ist nichts dran. Ich war zwar nicht beim Investitionsforum in Berlin, aber als Verantwortlicher vor Ort müsste ich ja davon wissen, wenn Krupp hier ein Stahlwerk bauen wollte. Derartige Pläne sind mir aber nicht bekannt.“
Andere Investitionen wurden dagegen schon lange vor dem Investitionsforum Ende Oktober vereinbart. Dass Claas im Verwaltungsgebiet Krasnodar ein Mähdrescherwerk baut, war schon länger bekannt. Dennoch gingen die geplanten 100 Millionen-Investitionen in die Erfolgsmeldung Kasanzews mit ein.
Interessant ist, dass der russische Konkurrent „Rostelmasch“ mit Hermes-Krediten modernisiert werden soll. Diese sollen es ihm u.a. ermöglichen, Mähdrescher-Achsen von Claas zu kaufen. Dass die Kredite in der versprochenen Höhe von 200 Millionen Euro fließen würden, bezweifelte allerdings sogar Krochmal. Aber selbst ein Teil der Gelder würde dem russischen Maschinenbauer schon helfen.
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Interesse sollen die Deutschen auch an einem Einstieg beim Wolfram-Molybdän-Kombinat in Tyrnyaus in der Kaukasus-Teilrepublik Kabardino-Balkarien haben. Zurzeit hält die Provinzregierung die Aktienmehrheit, doch wäre sie nach Angaben Krochmals dazu bereit, diese an deutsche Investoren zu verkaufen. Die Frage stellt sich nur: An wen?
(ab/.rufo)
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