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Die neue Ringautobahn um Moskau - gebührenpflichtig (Grafik: Siegmund/.rufo)
Die neue Ringautobahn um Moskau - gebührenpflichtig (Grafik: Siegmund/.rufo)
Mittwoch, 08.06.2005

Neuer Autobahnring um Moskau soll Stadt entlasten

Moskau. Acht Spuren breit, knapp 500 Kilometer lang und zwei Milliarden Euro teuer soll ein neuer Autobahnring um Moskau werden. Das Projekt wurde diese Woche von der Moskauer Gebietsregierung bestätigt.

Der Plan, vor allem den LKW-Verkehr der russischen Hauptstadt vom Leibe zu halten, ist nicht neu. Die an der Stadtgrenze verlaufende Ringautobahn steht wegen chronischer Staus seit Jahren täglich stundenlang in beiden Richtungen still. Moskau erstickt in Abgasen.

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Zoll- und Warendepots werden ausgelagert

Die neue Autobahn soll ab 2015 alle großen Zufahrtstraßen in einer Entfernung von 50 bis 100 Kilometern vor der Stadt miteinander verbinden. Die Moskauer Megaregion kann so umfahren werden. Schliesslich sollen Zollstationen und Warendepots aus der nahen Umgebung Moskaus weit genug ausgelagert werden.

Schnellstraße soll die Wirtschaft um Moskau ankurbeln

Die Behörden der Moskauer Großregion knüpfen an das Autobahnprojekt auch die Hoffnung, zunehmende Arbeitslosigkeit abzubauen und der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung einen Impuls zu geben. Nach ihren Vorstellungen sollen Dienstleistungsbetriebe, Hotels, Supermärkte und Fabriken entlang der neuen Straße entstehen. Jährlich sollen Privatinvestitionen in Höhe von 300 bis 900 Millionen Euro herangezogen werden.

Die neue Ringautobahn um Moskau - gebührenpflichtig (Grafik: Siegmund/.rufo)
Die neue Ringautobahn um Moskau - gebührenpflichtig (Grafik: Siegmund/.rufo)
Insgesamt werde es 300 000 neue Arbeitsplätze geben, heißt es. Der Bau werde sich rentieren. 60 Prozent aller Straßentransporte des Landes fließen durch Moskau und Umgebung.

Schnellstraße ersetzt „strategische Ringe“

Das Projekt stützt sich auf zwei bereits vorhandene alte Autoringe, die seinerzeit als strategische Straßen für die Raketenabwehr der sowjetischen Hauptstadt gebaut wurden. Die Straßen wurden im Volksmund „Betonkas“ genannt, weil sie nicht asphaltiert, sondern mit Betonplatten gepflastert werden. Nach dem bekannten Abkommen über die gegenseitige Begrenzung der Raketenabwehr gab es jeweils ein lokales Raketenabwehrsystem in der UdSSR und den USA. Beide haben sich durch die Entwicklung im Rüstungsbereich längst überholt.

Transeuropäische Korridore

Die russische Führung versucht, das Projekt auch internationalen Geldgebern schmackhaft zu machen. Mit dem neuen Moskauer Autobahnring lasse sich das russische Verkehrssystem in das europäische Straßennetz integrieren, heißt es. Die Voraussetzungen für den Bau von zwei transeuropäischen Verkehrskorridoren (London-Berlin-Moskau-Jekaterinburg und Helsinki-St.Petersburg-Moskau-Südrussland) würden geschaffen.

Es gebe zwei Grundübel in Russland, Dummköpfe und schlechte Straßen, behauptet ein geflügeltes Wort. Wenn eines davon wenigstens teilweise beseitigt wird, wäre dies ein großer Fortschritt.

(adu/.rufo)


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