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Auf dem russischen Festland sind die Zubringer zur Ostsee-Pipeline schon montiert (Foto: Packeiser/.rufo)
Auf dem russischen Festland sind die Zubringer zur Ostsee-Pipeline schon montiert (Foto: Packeiser/.rufo)
Montag, 16.02.2009

Ostseepipeline: Umweltgutachten liegt im März vor

Moskau. Die Nord Stream AG will das Umweltgutachten für die Ostsee-Pipeline Anfang März vorlegen. Das Milliardenprojekt ist umstritten; Balten, Skandinavier und Polen befürchten eine Umweltkatastrophe bei einem Leck.

Die Ostsee-Pipeline ist ein ursprünglich deutsch-russisches Projekt. Von der russischen Kleinstadt Wyborg nördlich von St. Petersburg soll eine Gas-Pipeline quer über den Grund der Ostsee bis nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern verlegt werden. Später kann diese Leitung in Richtung Westen bis in die Niederlande oder sogar Großbritannien verlängert werden.

55 Mrd. Kubikmeter Gas jährlich durch die Ostsee


Die Ostsee-Pipeline soll mit russischem Erdgas von der Jamal-Halbinsel (möglicherweise später auch vom Stockmann-Gasfeld in der Barentssee) versorgt werden. Die Kapazität liegt bei 55 Mrd. Kubikmeter im Jahr. Die Trasse soll damit ein wichtiger Stützpfeiler für die europäische, insbesondere natürlich für die deutsche, Energieversorgung werden.

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• Folgen der Gaskrise: Russlands Gas genug für China u. EU? (31.01.2009)
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• Ostsee-Pipeline? Ochta-Center? Gazprom muss sparen (16.12.2008)
• 800 Millionen USD für Erschließung von Stockmann-Feld (22.10.2008)
• Gazprom soll größtes Unternehmen der Welt werden (23.06.2008)
Die Projektkosten sind enorm und steigen weiter. Von ursprünglich sieben Milliarden Euro sollen es inzwischen 13 Mrd. Euro sein. Die Pipeline werde sich wegen der geringeren Betriebskosten (u.a. durch wegfallende später allerdings dennoch rentieren, ist Nord Stream sicher.

Widerstand aus Polen und dem Baltikum


Allerdings gab es von Anfang an Widerstand gegen die Unterwasserleitung. Vor allem Balten und Polen erklären, dass die Pipeline ein enormes Umweltrisiko darstelle, wobei in Moskau der Verdacht vorherrscht, dass die Polen mehr um ihre Transiteinnahmen fürchten. Direkt zustimmen müssen der Ostsee-Pipeline nur die Länder, durch deren Gewässer sie geht; d.h. Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland.

Da das Projekt aber natürlich Auswirkungen auf die gesamte Ostsee hat, ist ein so genannter „Bericht über grenzüberschreitende Umweltauswirkungen“ oder „Espoo-Bericht“ Pflicht.

Espoo-Bericht als Grundlage für Diskussion und Abstimmung


Dieser soll nun in englischer Sprache bereits vorliegen. Bis Anfang März wird er dann in die neun Sprachen der Ostsee-Anrainerstaaten übersetzt und der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt. Laut Angaben des Unternehmens hat Nord Stream mehr als 100 Mio. Euro in Umweltverträglichkeitsstudien und umwelttechnische Planung investiert.

„Der Beginn der öffentlichen Beteiligung zum Espoo-Bericht ist ein wichtiger Meilenstein für Nord Stream. Dies bestätigt unseren Zeitplan, ab 2011 Erdgas von Russland nach Europa liefern zu können“, erklärte Dirk von Ameln, Permitting-Direktor von Nord Stream.

An dem Diskussions-Prozess sollen alle Ostsee-Anrainerstaaten beteiligt werden. Die internationalen Konsultationen dazu haben übrigens bereits 2006 begonnen. Bisher gab es 15 Treffen. Der Dialog wird sich unmittelbar vor dem Bau wohl noch verstärken.



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