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Aman Tulejew ist seit 1997 Gouverneur der sibirischen Kohle- und Bergbauregion Kemerowo (offizielles Foto)
Aman Tulejew ist seit 1997 Gouverneur der sibirischen Kohle- und Bergbauregion Kemerowo (offizielles Foto)
Aktualisiert 28.04.2009 11:26

Aman Gumirowitsch Tulejew

Gouverneur des Verwaltungsgebiets Kemerowo.

Zitate: „Russland konnte seine Wahl immer nur zwischen „schlecht“ und „sehr schlecht“ treffen“.
Geboren: 13. Mai 1944 in Krasnowodsk (Turkmenistan).
Laufbahn: Eisenbahningenieur. Vorsitzender der Gesetzgebenden Versammlung des Gebiets Kemerowo. 1996 und 2000 russischer Präsidentschaftskandidat, zieht 1996 seine Kandidatur aber zugunsten von Gennadi Sjuganow zurück. Minister für GUS-Angelegenheiten. Gouverneur von Kemerowo.
Freunde: Gennadi Sjuganow, Iskander Machmudow.
Feinde: Boris Nemzow. Jegor Gaidar. Michail Gorbatschow. Boris Jelzin. Konstantin Pulikowski.
Skandale: Tulejew versucht, Zwischenhändler-Organisationen aus der Kohlebranche zu vertreiben. Als Folge dieses Konflikts wird sein Referent ermordet.
Familie: Verheiratet, zwei Söhne.
Hobbies: Workaholic. Ski und Pilze sammeln.

Laufbahn:

März 2009: Tulejew verhandelt mit einem Bankräuber über die Freilassung von Geiseln - ergebnislos. Scharfschützen erschießen den Bankräuber. Wie sich später herausstellt, war der Mann ein Unternehmer, der infolge der Krise pleite ging und hoch verschuldet war.

2005: Wladimir Putin verlängert die Amtszeit Tulejews als Gouverneur von Kemerowo bis 2010. Im gleichen Jahr tritt Tulejew in die Kremlpartei „Einiges Russland“ ein.

2003: Tulejew steht bei den Duma-Wahlen auf der Parteiliste der Kremlpartei „Einiges Russland“ - ohne Mitglied zu sein.

22. April 2001: Tulejew gewinnt die vorgezogenen Gouverneurswahlen im Gebiet Kemerowo, er erzielt 93 Prozent der Stimmen.

2000: Präsidentschaftskandidat. Erhält über drei Prozent der Stimmen und belegt somit nach Putin, Sjuganow und Jawlinski den vierten Platz unter elf Kandidaten. In seiner Heimatstadt Kemerowo gewinnt er sogar mit 51,5 Prozent der Stimmen und steht dort vor Putin (25%) und Sjuganow (15%).

1999: Promotion an der Russischen Akademie des Öffentlichen Dienstes zum Thema „Politische Führung in den regionalen Konflikten des modernen Russlands“. Doktor der Politikwissenschaften.

19. Oktober 1997: Wahl zum Gouverneur von Kemerowo.

1. Juli 1997: Ernennung zum Leiter der Gebietsverwaltung Kemerowo.
Tulejew (Foto: rufo)
Tulejew (Foto: rufo)
1996-1997: Minister für GUS-Angelegenheiten.

1996: Präsidentschaftskandidat, zieht seine Kandidatur zugunsten von Gennadi Sjuganow zurück.

1994: Wiederwahl zum Vorsitzenden der Gesetzgebenden Versammlung des Gebiets Kemerowo, Mitglied des Föderationsrates, arbeitet im Ausschuss für die Angelegenheiten der nördlichen Territorien und nationalen Minderheiten.

1993: Vorsitzender der Gesetzgebenden Versammlung des Gebiets Kemerowo, Mitglied des Föderationsrates, arbeitet im Finanz-Ausschuss.

1992: Ehrenamtlicher Vertreter der Geschäftsführung der „Einheitlichen Islamischen Aktiengeschäftsbank“.

1991: Kandidat bei den Präsidentenwahlen in der RSFSR. Belegt mit fast sieben Prozent der Stimmen den vierten Platz und steht vor Albert Makaschow und Wadim Bakatin.

1990-1991: Vorsitzender des Sowjets der Volksdeputierten des Verwaltungsgebietes Kemerowo und gleichzeitig Vorsitzender des Exekutivkomitees des Gebietssowjets in Kemerowo. Konzentriert Legislative und Exekutive im Verwaltungsgebiet in seiner Hand.

1990: Mitglied des Gebietskomitees der KPdSU in Kemerowo.

1988: Abschluss der Akademie der Gesellschaftswissenschaften beim ZK der KPdSU.

1978: Leiter der Abteilung für Verkehr und Telekommunikation des Gebietskomitees der KPdSU in Kemerowo.

1973: Abschluss der Hochschule für Eisenbahningenieure in Nowosibirsk (Fernstudium), erlernter Beruf Eisenbahningenieur.

1968: Eintritt in die KPdSU.

1964-1990: Beruflicher Werdegang vom einfachen Mitarbeiter der Eisenbahnstation Mundybasch bis zum Leiter der Eisenbahn in Kemerowo.
Abschluss der Eisenbahnfachschule in Tichorezk.


Freunde:


KP-Chef Gennadi Sjuganow. Der Unternehmer Iskander Machmudow. Der Gouverneur von Tscheljabinsk Pjotr Sumin.


Feinde:


Tulejew lehnte die von dem damaligen Vize-Premierminister Boris Nemzow befürwortete Aufgliederung der natürlichen Monopole (Gazprom, RAO EES Rossii, Eisenbahn) vehement ab. Er fordert, den ehemaligen reformorientierten Ex-Ministerpräsidenten Jegor Gaidar wegen des „Rückschlags im Lebensstandard der Bevölkerung“ vor Gericht zu stellen.

Tulejew geht mit der Politik von Michail Gorbatschow und Boris Jelzin hart ins Gericht.

Weitere Feinde von Tulejew sind der Chef der Industriegruppe MIKOM (Aluminium und Kohle) Michail Schiwilo und der ehemalige Sportler und Unternehmer Alexander Tichonow. Beiden wird die Organisation eines Mordanschlags auf Tulejew vorgeworfen.

Konstantin Pulikowski und Tulejew geraten 2007 in einen ernsthaften Konflikt, nachdem es in einem Kohlebergwerk der Region wieder einmal zu einem Unglück gekommen ist. Beide werfen sich gegenseitig vor, für die Katastrophe verantwortlich zu sein. Am Ende gewinnt Tulejew den Machtkampf. Pulikowski wird als Leiter der technischen Aufsichtsbehörde entlassen - zahlreiche Korruptionsgerüchte begleiten den Abgang.

Aman Tulejew beim Wirtschaftsforum in Krasnojarsk 2009 (Foto: Ballin/.rufo)
Aman Tulejew beim Wirtschaftsforum in Krasnojarsk 2009 (Foto: Ballin/.rufo)
Skandale:


Tulejew versucht, Zwischenhändler-Organisationen aus der Kohlebranche zu vertreiben. Als Folge dieses Konflikts wird sein Referent ermordet.

Anfang der neunziger Jahre nimmt die Administration von Kemerowo im Zuge des Programms zur Entwicklung des agraindustriellen Komplexes „Fata“ bei einer italienischen Bank einen Kredit von 1,2 Milliarden Dollar auf. Nach dem Kauf von Ausrüstung, Waren etc. wird die Rückzahlung des Kredits gestoppt, für den schließlich die russische Regierung aufkommen muss.

Im Januar 1996 wendet sich die Administration von Kemerowo an die russische Regierung mit der Bitte um Hilfe bei der angespannten Lebensmittelversorgung in der Region. Im Auftrag der Regierung wird aus dem Nowosibirsker Gebiet Weizen im Wert von 49,8 Millionen Rubel (8 Millionen Dollar) bereitgestellt. Die Schulden wurden bislang nicht zurückgezahlt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in Sachen „Operation Weizenkredit“.


Eltern, Familie:


Tulejews Vater ist Kasache, die Mutter ist Baschkirin. Tulejew wird von seinem russischen Stiefvater Innokenti Iwanowitsch Wlassow erzogen, dem er nach eigenen Worten „alles zu verdanken hat“. Tulejew ist mit Elvira Fjodorowna verheiratet und hat zwei Söhne, von denen einer Geschäftsmann ist. Sein jüngerer Sohn Andrej kam am 10. Mai 1998 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Tulejews Bruder ist Bergarbeiter im Bergwerk Raspadskaja (Kusbass).
Tulejew ist bereits zweifacher Großvater.


Hobbies:


Tulejew läuft gerne Ski und geht im Herbst Pilze sammeln. Er selbst sagt aber, dass sein Hobby die Arbeit ist. Er hört gerne Volkslieder, Lieder aus den 50er und 60er Jahren sowie Romanzen. Sein Lieblingsgericht sind selbst gemachte sibirische Pelmeni (russische Art von Tortellini). Autor folgender Bücher: „Das lange Echo des Putsches. Wie lebt man weiter“ (1992), „Vaterland – mein Leid“ (1995), „Macht Euch selbst ein Urteil“ (1996), „Ohne Recht auf einen Fehler“ (1997).


Zitate:


„Russland konnte seine Wahl immer nur zwischen „schlecht“ und „sehr schlecht“ treffen“.

„Ich halte mich an drei Gebote: Du sollst ältere Menschen schützen, Kindern helfen und bei Arbeitsfähigen Interesse wecken“.

„Kusbass – das ist ein Pulverfass im Zentrum von Russland.“

„In Russland wird es weder eine neue Revolution, noch eine Konterrevolution geben.“

„Aus Prinzip kann ich einfach keine Ehrungen von der Obrigkeit annehmen, die das Land in die Armut geführt hat. Man kann mich mit Orden und Medaillen von Kopf bis Fuß zuhängen, meine Überzeugung werde ich durch solche Ehrungen trotzdem nicht ändern.“

Andere Quellen im Internet:

Tulejew-Bio bei lenta.ru (russisch)

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