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Solidaritätskundgebung für die Angeklagten beim Prozessauftakt (Foto: Prochnow/.rufo)
Solidaritätskundgebung für die Angeklagten beim Prozessauftakt (Foto: Prochnow/.rufo)
Montag, 28.03.2005

Samodurow wegen Volksverhetzung verurteilt

Moskau. Der Aufsehen erregende Prozess gegen die Organisatoren einer kirchenkritischen Ausstellung ist am Montag mit der Verurteilung von zwei der drei Angeklagten zuende gegangen. Der Direktor des Moskauer Sacharow-Zentrums Juri Samodurow und seine Mitarbeiterin Ljudmila Wassilowskaja müssen wegen „Aufwiegelung von religiösem Hass“ je 100.000 Rubel (2.700 Euro) Strafe zahlen. Eine mitangeklagte Künstlerin wurde freigesprochen.

Das Gericht befand Samodurow und Wassilowskaja für schuldig, mit ihrer „gotteslästerlichen und zynischen“ Ausstellung „Vorsicht, Religion!“ religiöse Gefühle von Gläubigen verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte je drei Jahre Haft wegen Volksverhetzung für die beiden Hauptangeklagten beantragt.

Eine Haftstrafe hätte Märtyrer geschaffen


„Dieses Urteil ist ein Sieg der Zivilgesellschaft“, erklärte Kyrill Frolow, Sprecher der „Union rechtgläubiger Bürger“. Eine Gefängnisstrafe hätte die Verantwortlichen zu „Märtyrern gemacht“, sagte er in einem Telefon-Interview. Allerdings hätte seine Organisation eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe für angemessen gehalten. Die ausländischen Sponsoren des Sacharow-Zentrums hätten genug Geld, um die Strafe zu übernehmen, mutmaßte Frolow.

Samodurow nannte das Urteil „ungesetzlich“ und kündigte an Berufung einzulegen. Vor der letzten Sitzung hatte er in Interviews bereits erklärt, er habe alle Sachen für den Fall gepackt, dass er noch im Gerichtssaal verhaftet werden sollte.

Bei Russland-Aktuell
• Prozess gegen Sacharow-Museum eröffnet (16.06.2004)
• Sacharow-Museum verklagt (08.01.2004)
• Gericht spricht orthodoxe Vandalen frei (13.08.2003)
• Doppelte Standards der Bürgerrechtler? (28.06.2004)
Amnesty kämpfte für die Angeklagten

Im Rahmen der umstrittenen Ausstellung hatten sich im Januar 2003 etwa 40 Künstler kritisch mit den Themen Religion und Kirche befasst. Kurz nach der Eröffnung hatte eine Gruppe orthodoxer Gläubiger bei einem Überfall auf den Ausstellungssaal einen Teil der Kunstwerke zerstört. Ein Strafverfahren gegen die Vandalen war von den russischen Behörden nach kurzer Zeit eingestellt worden, statt dessen wurde ein anderes Verfahren gegen die Organisatoren eingeleitet. Die Russische Orthodoxe Kirche hatte die Ausstellung scharf kritisiert.

Bürgerrechtsgruppen hatten sich dagegen mit den Angeklagten solidarisiert und den Prozess als Beginn einer neuen Inquisition in Russland kritisiert. Auch Amnesty International hatte sich für die Angeklagten stark gemacht.

(kp/.rufo)


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