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| Beziehungen auf Grundeis: Die russische Botschaft in der lettischen Hauptstadt Riga (foto: ld/rufo) | |
Montag, 16.05.2005
Lettische Journalisten aus Russland abgeschoben
Moskau. Die Ausweisung eines lettischen Kamerateams hat zu neuen Spannungen zwischen den Regierungen in Moskau und Riga geführt. Die drei TV-Mitarbeiter waren in der Grenzstadt Pytalowo verhaftet worden.
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Nach einem mehrstündigen Verhör und der Vernichtung der gedrehten Bilder wurden die Journalisten des lettischen Staats-TV-Senders LTV nach Lettland abgeschoben. Während das Verhör andauerte, zerschlugen Unbekannte die Windschutzscheibe des Autos der Letten.
Das lettische Außenministerium protestierte inzwischen gegen den Vorfall. Die drei Fernsehmitarbeiter hätten gültige Journalisten-Visa und eine Akkreditierung besessen. „Derartige Vorfälle helfen nicht dabei, den Eindruck zu bilden, dass Russland ein Staat ist, in dem die Pressefreiheit gewährleistet ist“, heißt es in der Protestnote. Im Mai waren in der selben Region bereits zwei Journalisten der Rigaer Zeitung „Diena“ („Der Tag“) vorübergehend verhaftet worden.
In Moskau wurde die Abschiebung damit begründet, das Fernsehteam habe ohne Genehmigung die Bahnstation von Pytalowo gefilmt. Als Mitarbeiter der Bahnpolizei auf die Dreharbeiten aufmerksam wurden, hätten die Letten versucht, „zu flüchten“. Nach einer Vernehmung hätten die drei das Land „freiwillig“ verlassen.
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Der russische Grenzort Pytalowo (lettischer Name: Abrene) gehörte bis zum 2. Weltkrieg zu Lettland. Wegen anhaltender lettischer Gebietsansprüche auf die Stadt und den umliegenden Landkreis war im Mai die Unterzeichnung eines russisch-lettischen Grenzvertrags geplatzt. LTV-Nachrichtendirektor Gundars Reders erklärte russischen Presseberichten zufolge, die Journalisten sollten einen Beitrag darüber vorbereiten, wie die örtliche Bevölkerung über den Gebietsstreit denkt.
Der Generalsekretär des russischen Journalisten-Verbandes Igor Jakowenko bezeichnete die Ausweisung des LTV-Drehteams als „eine weitere Unverschämtheit örtlicher Behörden“. Jakowenko äußerte zugleich Zweifel daran, dass „die lange Hand des Kreml“ schuld an dem Skandal sei.
(epd/kp)
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