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Mittwoch, 22.12.2004
Russlands Jahresbilanz 2004 - Weniger Hoffnungen
Moskau. Jahr der schwindenden Hoffungen. So haben Meinungsforscher von der Stiftung Öffentliche Meinung (FOM) das Jahr 2004 bezeichnet. Bei einer landesweiten Meinungsumfrage nannten 47 Prozent der Bürger das Geiseldrama von Beslan als das „Ereignis des Jahres“. Befragt wurden 1500 Personen in 100 Ortschaften, die über 44 Gebiete und Republiken verstreut sind. Putins Stern sinkt. Helden gibt es nicht mehr.
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Zur negativen Jahresbilanz zählten 15 Prozent der Befragten überdurchschnittlich viele Terroranschläge. Zwei von hundert Russen nannten technisch bedingte Unglücke und Naturkatastrophen. Die Abschaffung von kostenlosen Sozialleistungen für Veteranen und Minderbemittelte bzw. deren Umwandlung in Geldzahlungen wird von drei Prozent der Befragten zu den Katastrophen gerechnet.
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Zwei Prozent zählten den Tschetschenienkrieg zur Negativbilanz. Genausoviele Bürger stießen sich an der möglichen Rückgabe der umstrittenen Kurileninseln an Japan. Die Yukos-Affäre störte nur ein Prozent der Befragten.
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Putin als Hoffnungsträger deutlich aufgebraucht
Bei der Positivbilanz stimmte „alles-was-Putin-macht“ vier Prozent der Umfrageteilnehmer optimistisch. Drei Prozent waren auf die Leistungen russischer Sportler stolz. Zwei verzeichneten Erfolge im Außenhandel und in der Außenpolitik. Zwei Prozent der Befragten waren mit dem höheren Lebensstandard und wachsenden Renten zufrieden. Ein Prozent äußerte die Meinung, dass sich die Lage in Tschetschenien verbessert habe.
74 Prozent der Befragten konnten den „Mann des Jahres“ im Bereich der Wissenschaft, Kultur und Kunst nicht benennen - was wohl der allgemeinen Stimmungslage entsprach.
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Es gibt keine Helden mehr
Etwas positiver sieht das Meinungsforschungszentrum ROMIR Monitoring die Lage. Nach seinen Angaben sprachen sich elf Prozent der Befragten über den Zustand der russischen Wirtschaft optimistisch aus. Nur ein Prozent bezeichnete ihn als „sehr gut“. Die weitaus meisten schätzten ihn als „schlecht bis mittelmäßig“ ein.
Noch enttäuschender fielen ihre Erwartungen für 2005 aus. Nur drei Prozent glauben an eine Verbesserung der Wirtschaftssituation. Die restlichen 87 von Hundert Befragten begründeten ihren Pessimismus mit steigenden Preisen, Hungerlöhnen und -renten.
(adu/.rufo)
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