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| Das Ehepaar Schröder auf dem Kriegsgefangenen-Friedhof in Ljublino (Foto: Packeiser/.rufo) | |
Montag, 09.05.2005
Schröder beeindruckt von Moskauer Siegesfeier
Moskau. Deutschland sei wieder ein geachteter Partner geworden, sagte Kanzler Schröder zum Abschluss seines Moskau-Aufenthaltes. Dies habe ihn in bei den Moskauer Sieges-Feiern am allermeisten beeindruckt.
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Zum ersten Mal hatte ein deutscher Regierungschef eine Einladung zur Teilnahme an den Moskauer Siegesfeiern erhalten. Als sich vor zehn Jahren zum letzten Mal Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zum 50. Jahrestag des Kriegsendes auf dem Roten Platz versammelten, war Helmut Kohl noch nicht dabei. “Ich denke, dass der Versöhnungsprozess weitergegangen ist”, sagte Schröder vor seinem Rückflug nach Deutschland in einem Interview mit deutschen Fernsehsendern.
Eine Frage des Abstands und von persönlicher Arbeit
Dass sich die Einstellung zu Deutschland und den Deutschen in Russland ändere, sei “eine Frage des zeitlichen Abstands, aber auch von persönlicher Arbeit”, erklärte der Kanzler, der für das Interview auf der Dachterasse des Hotels “Rossia” vor der Kreml-Silhouette posierte. Das Treffen mit russischen Veteranen nach der Militärparade am Vormittag sei “ganz beeindruckend” für ihn gewesen, sagte Schröder.
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| Kanzler-Interview vor Kreml-Kulisse (Foto: Packeiser/.rufo) |
Präsident Putin hatte bei seiner Rede auf dem Roten Platz am Morgen die deutsch-russische Versöhnung ausdrücklich als eine der wichtigsten Errungenschaften im Nachkriegs-Eruopa bezeichnet. Sonderlich einfach schien dem Kanzler seine Mission aber trotz der demonstrativen Freundschaftsgesten aus dem Kreml nicht zu fallen. Während seines Moskau-Aufenthaltes wirkte er äußerst angespannt.
Schweigend an deutschen Soldatengräbern
Am Nachmittag hatte Schröder gemeinsam mit seiner Frau den Kriegsgefangenenfriedhof von Ljublino im Südosten Moskaus besucht. Auf dem 1995 vom Volksbund für Kriegsgräberfürsorge hergerichteten Gräberfeld sind knapp 500 deutsche und etwa 80 Soldaten aus Ungarn, Österreich und anderen Ländern begraben, die nach Kriegsende in russischer Gefangenschaft gestorben waren. Zu Trompetenklängen schritt Schröder schweigend die Gräber ab.
Auch eine Gruppe deutscher Weltkriegsveteranen war mit der deutschen Regierungsdelegation auf den Friedhof gekommen. “Wir waren uns nicht richtig sicher, ob wir an diesem Tag in Russland überhaupt erwünscht sind”, sagte einer der ehemaligen Wehrmachtssoldaten. Die herzliche Aufnahme in Moskau habe aber alle Zweifel beseitigt.
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Kritik an der russischen Vergangenheitsbewältigung und dem Umgang mit heiklen Themen wie dem Hitler-Stalin-Pakt wollte der Kanzler nicht äußern. “Jede Nation muss ihre eigene Erinnerungskultur schaffen”, sagte er in dem Fernsehinterview. Außerdem sei der deutsche Bundeskanzler nicht die richtige Person, um in Russland derartige Diskussionen zu beginnen.
(kp/.rufo)
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