Der Streik bedroht in erster Linie den Güterverkehr (Foto: Packeiser/.rufo)
Montag, 12.11.2007
Lokomotivführer drohen mit Bahnstreik in Russland
Moskau. Die Gewerkschaft der russischen Lokomotivführer hat für Ende November einen landesweiten Streik angedroht, sollte die Russische Eisenbahn AG (RZD) nicht auf ihre Forderungen eingehen. Die RZD gibt sich gelassen.
Schon im Juni habe die Gewerkschaft eine Anhebung der Bezüge auf das Lebensminimum in Moskau und eine jährliche Anhebung um mindestens 3,9 Prozent gefordert, erklärte Vitali Scheltjakow, Vertreter der Eisenbahnergewerkschaft. Seinen Angaben nach wurden die Forderungen der Gewerkschafter jedoch von einer Schlichtungskommission abgewiesen.
Jelena Kulakowa vom Pressedienst der RZD widerspricht diesen Aussagen. „Die wichtigsten Forderungen wurden von uns längst erfüllt“, erklärte sie im Interview mit Russland-Aktuell. Ihren Angaben nach liegt der Durchschnittsverdienst der Eisenbahner bei 18.000 Rubeln (510 Euro), Lokführer verdienen demnach zwischen 30.000 – 40.000 Rubel (860 – 1.140 Euro).
Zurückgewiesen habe man nur unmögliche Forderungen, wie die schnelle Anschaffung von Lokomotiven mit „Kabinen nach neuestem europäischen Standard“. Zwar sei die Forderung der Lokführer nach besseren Bedingungen am Arbeitsplatz grundsätzlich zu unterstützen, gab Kulakowa zu. Die Anschaffung moderner Lokomotiven sei daher geplant, dies sei jedoch ein langwieriger Prozess.
Kulakowa zeigte sich optimistisch, dass der Streik abgewendet werden könne. „Ich denke wir werden die Auseinandersetzungen nicht bis zum offenen Konflikt führen“, erklärte sie.
Streik bei Güterzügen geplant
Sollte es indes doch zum Streik kommen, dann werden die Fernverkehrszüge aller Voraussicht nach weiterrollen. Im Gegensatz zur GDL (Gewerkschaft deutscher Lokführer) will die russische Lokführergewerkschaft keine Personenzüge bestreiken.
Zwar sei die Form des Streiks noch nicht endgültig beschlossen, doch wahrscheinlich sei der Streik bei Güter- und Nahverkehrszügen, erklärte Scheltjakow. Seinen Angaben nach könne der Streik nur noch verschoben werden, wenn Gewerkschaftsmitglieder in die Kommission zur Vorbereitung eines neuen Tarifvertrages aufgenommen werden.