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Naftogas-Chef Oleg Dubina (Mitte) kommt am Donnerstag endlich zu Verhandlungen nach Moskau  (foto: unian.net)
Naftogas-Chef Oleg Dubina (Mitte) kommt am Donnerstag endlich zu Verhandlungen nach Moskau (foto: unian.net)
Mittwoch, 07.01.2009

Naftogas-Chef: Russland hat den Transit angehalten

Kiew/Moskau. Oleg Dubina, der Chef des ukrainischen Gasunternehmens Naftogas, beschuldigt Gazprom, für die heute geschehene völlige Einstellung des Gastransits nach Westeuropa die Verantwortung zu tragen.

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Die russische Seite habe heute um 8.45 Uhr an der letzten noch funktionierenden Leitung von Russland in die Ukraine die Belieferung eingestellt, so Dubina. Die dortige Gasmessstation Sudsha befindet sich auf russischem Territorium. Jenseits der Grenze gebe es nicht einmal einen Schieber, mit dem man die Leitung blockieren könne.

"Abschalten und abwarten": Kiewer Position sorgt für Kopfschütteln bei Gazprom


Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew erklärte seinerseits, die ukrainische Entscheidung, auch noch die letzte Export-Pipeline abzuschalten, „gehe nicht in den Kopf hinein“. Es gebe auch keine rationale Erklärung dafür, warum die Ukraine bis jetzt nicht an den Verhandlungstisch zurückgekehrt sei.

Gazprom-Chef Miller: Ukraine blockiert und stiehlt


Nach russischer Darstellung ist die Einstellung der Lieferungen an die Ukraine lediglich eine Reaktion auf die Blockade des Exports. „Wenn die Ukraine völlig die Gasauslieferung in westlicher Richtung beendet, gibt es auch keinen Grund, Gas an die Grenze der Ukraine zu liefern“, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller bereits in der gestrigen Nacht bei einem Treffen mit Premierminister Wladimir Putin.

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Laut Miller hat sich die Ukraine seit dem 1. Januar etwa 15 Prozent des eigentlich für Drittstaaten gedachten russischen Gases angeeignet. Die Quote des Diebstahls wachse von Stunde zu Stunde.

Gazprom hatte vor der Eskalation des Gas-Streits von der Ukraine gefordert, die bereits fehlenden Mengen gegenüber den europäischen Abnehmern selbst zu kompensieren – und deshalb am Montag die Belieferung heruntergefahren.

Die Auslieferung an der Grenze zur Ukraine solle täglich um den Betrag vermindert werden, den die Ukraine am Vortag aus dem Transitgas etnommen habe, erklärten Miller und Putin.

Außerdem werde von Gazprom ultimativ verlangt, in der Ukraine eingelagertes und dem Zwischenhändler RusUkrenergo gehörendes Erdgas an die West-Kundschaft auszuliefern.

Juschtschenko beteuert ukrainische Ehrlichkeit


Nach ukrainischer Darstellung kam aber noch weit weniger Gas als angekündigt an, weshalb die Pipelines abgeschaltet werden mussten. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko erklärte heute in einem Brief an seinen russischen Kollegen Dmitri Medwedew, dass die Ukraine seit dem 1. Januar für den Eigenbedarf „ausschließlich Gas aus eigener Förderung sowie Gas, das sich in unterirdischen Lagern befand und von Naftogas Ukraine voll bezahlt wurde“ verwendet habe.

Naftogas-Chef Dubina behauptete heute auch, dass selbst jenes sog. „technische Gas“, dass zum Betrieb der Pipelines nötig ist, von der Ukraine aus eigenen Beständen herangezogen worden sei. Seit dem 1. Januar hätte die Ukraine 1,4 Mrd. Kubikmeter durchgeleitet, wozu 72 Mio. Tonnen eigener Treibstoff verwendet worden seien.

Dubina und Juschtschenko stellen damit in Abrede, dass seitens der Ukraine irgendwelches Gas abgezweigt wurde – was nach der Gazprom-Version der Hauptgrund für die gegenwärtige verfahrene Situation ist.

Warum gibt es kein internationales Monitoring?


Ein Problem dabei ist, dass die Ukraine Inspekteuren einer internationalen Auditing-Firma keinen Zutritt zu ukrainischen Meßstationen gewähren wollte, offensichtlich, weil diese von Gazprom angeheuert wurden. Gazprom bat die EU am 4.Januar, das Monitoring zu übernehmen. Man selbst könne nur die Mengen vergleichen, die in die Ukraine rein und wieder raus gingen.

Direkter Schlagabtausch der Gas-Chefs in Moskau


Am Donnerstag ab 12 Uhr Moskauer Zeit haben Miller und Dubina dann endlich die Möglichkeit, sich diese gegenseitigen Vorwürfe persönlich und nicht über die Medien zu machen:
Dann beginnen in Moskau die von den abgekoppelten Verbraucherländern und der EU dringend geforderten neuen Verhandlungen.



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