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Betriebszeit geht offiziell ab 2009 zu Ende: AKW Sosnowy Bor (Foto: SPZ)
Betriebszeit geht offiziell ab 2009 zu Ende: AKW Sosnowy Bor (Foto: SPZ)
Mittwoch, 10.05.2006

Sosnowy Bor: Neues Atomkraftwerk an der Ostsee

St. Petersburg. Das über 30 Jahre alte AKW Sosnowy Bor an der Ostsee soll langfristig durch einen Neubau mit gleich sechs Reaktorblöcken ersetzt werden. Das Großprojekt erfordert Investitionen von 10 Mrd. Dollar.

Diese Pläne legte Sergej Kirijenko, der Chef der Atomenergiagentur Rosatom bei einem Treffen mit der Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko vor.

Laut Kirijenko müsse schon um den Jahreswechsel 2007/2008 mit dem Bau begonnen werden, wenn in St. Petersburg nicht langfristig die Lichter ausgehen sollen.

LAES muss allerspätestens ab 2019 vom Netz


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Die Reaktoren würden als Ersatz für das mit vier Reaktoren des Tschernobyl-Typs ausgestattete Kernkraftwerk Sosnowy Bor benötigt. Der erste seiner vier Reaktoren ging 1973 ans Netz und hat gegenwärtig eine Betriebsgenehmigung bis 2009.

Auch wenn diese maximal noch zweimal um fünf Jahre verlängert werden könnte, schreibt heute der „Kommersant“, müsse doch schon jetzt an Ersatz für das alte Kraftwerk gedacht werden. Auch die weiteren drei Blocks des LAES („Leningrader Atomkraftwerk“) müssten dann im Rythmus von je zwei Jahren stillgelegt werden.

Standorte werden auch außerhalb von Sosnowy Bor gesucht


Offiziell steht der Standort des neuen AKW noch nicht fest. Der russische Atomstrom-Hersteller Rosenergoatom als Investor des Projektes sprach unlängst in einem Schreiben an die Regierung des Leningrader Gebietes von vier möglichen Bauplätzen in den Landkreisen Lomonossow, Kingisepp oder in Sosnowy Bor.

Am wahrscheinlichsten dürfte aber doch sein, dass das intern LAES-2 getaufte AKW nahe des alten Kraftwerks entstehen wird. Denn das 80 Kilometer westlich von St. Petersburg gelegene Sosnowy Bor ist eine - bis heute für Ortsfremde nicht zugängliche - Stadt, die eigens wegen dieses Kraftwerkes gebaut wurde und in der das LAES-Fachpersonal lebt.

Raum St. Petersburg droht Energiemangel


Das neue Kraftwerk sei nicht nur notwendig, um die mit der Zeit wegfallenden Kapazitäten der alten RBMK-Reaktoren von Sosnowy Bor zu decken, sondern auch den wachsenden Energiehunger der Region St. Petersburg.

Im Leningrader Gebiet wachse der Stromverbrauch gegenwärtig jährlich um 8 Prozent. Dem Großraum Petersburg drohe sonst langfristig ein Energiedefizit wie es momentan schon in Moskau der Fall ist, so die Zeitung.

Kraftwerk wird offiziell „experimental“


Darüber, welcher Reaktortyp aufgestellt werden soll, gibt es aber noch unterschiedliche Angaben. Rosenergoatom sprach von zunächst zwei Reaktoren des noch in der Entwicklung befindlichen Reaktortyps VVER-1500, deren Dienstzeit dann 60 Jahre betragen soll.

Ein Sprecher der Kirijenko-Behörde sprach hingegen von Reaktoren mit einer Leistung von 1100-1200 MW und ebenfalls 60 Jahren Laufzeit, die auf schon eingesetzten Reaktoren basieren sollen. Im einen wie dem anderen Falle würde das Kraftwerk Sosnowy Bor aber den Status eines „Experimental-Standortes“ erhalten.

(ld/.rufo)


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