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Putins wahrscheinlichster Nachfolger heißt Putin - schätzt KP-Führer Sjuganow (Foto: Archiv)
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Montag, 02.04.2007

Armes Russland: Keine Nachfolger für Putin

André Ballin, Moskau. Mit dem Vorschlag, Putin ein drittes Mal zu wählen und die Amtszeit auf 7 Jahre zu verlängern, sorgte der „Kreml-Sozialist“ Sergej Mironow für neue Aufregung. Gibt es denn keine Alternative zu Putin?

Bei Russland-Aktuell
• Sjuganow: Putins Nachfolger ist vermutlich Putin (02.04.2007)
• Mironow propagiert längere Amtszeit für Putin (30.03.2007)
• Pressekonferenz: Präsident Putin stellt Rekorde auf (01.02.2007)
• Medwedjew beschwört in Davos Russlands Demokratie (29.01.2007)
• Naryschkin neuer Nachfolgekandidat von Putin (22.02.2007)
Sergej Mironow gilt als einer der treuesten und gehorsamsten Anhänger des Präsidenten. Mit dem Segen des Kremls hob er eine zweite propräsidiale Partei, das „Gerechte Russland“ – eine Art russischer Sozialdemokraten, aus der Taufe. Ganz sicher ist es auch dem Einfluss des Kremls zu verdanken, dass er am Freitag trotz einiger Querelen mit den Konkurrenten vom „Einigen Russland“ erneut zum Vorsitzenden des Föderationsrats gewählt wurde. Bei seiner Wiederwahl verblüffte er jedoch alle Anwesenden, indem er vorschlug, Präsident Putin ein drittes Mal zu wählen. Zudem will er dessen Amtszeit verlängern. „Der Präsident wird für vier Jahre gewählt. Für ein solches Land ist das eine sehr kurze Zeit. Ich schlage vor, die Amtszeit auf fünf, wenn nicht sogar sieben Jahre zu erhöhen", sagte Mironow.

Gibt es für Russland ein Leben nach Putin?


Überraschend ist der Vorschlag, weil Wladimir Putin selbst stets erklärt hatte, dass er nicht die Verfassung ändern wolle und somit auf eine dritte Amtszeit verzichte. Nun widerspricht ihm mit Mironow ausgerechnet einer der ergebensten Gefolgsleute. Von einem Mann, der 2004 bei den Präsidentschaftswahlen antrat, um nach eigener Aussage die Bewerbung Putins zu unterstützen, war das nicht zu erwarten. Daher fragte sich am Wochenende sogar das kremlfreundliche russische Fernsehen, ob Mironow die heimliche Unterstützung der politischen Führung bei seiner Aussage hatte.

Doch der Föderationsratsvorsitzende verteidigte tapfer seinen Kurs. Die Aussage habe er ohne jede Absprache getroffen, behauptete er im Interview. „Mit Präsident Putin hat Russland unheimliches Glück gehabt“, sagte er. Ob Russland noch einmal soviel Glück haben werde bei der Wahl sei zweifelhaft.

140 Millionen Menschen leben in Russland. Der Aussage Mironows nach ist leider nicht einer darunter, der würdig wäre, das Erbe des scheidenden Präsidenten anzutreten. Und das in einem Land, in dem es das geflügelte Wort gibt: „Die Kader entscheiden alles“. Armes Russland!


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