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| Fertigung lokalisiert: Der VW Polo wird in Kaluga am Ufer der Oka vom Band rollen (foto: volkswagen.ru) | |
Dienstag, 30.05.2006
Volkswagen klotzt in Kaluga mit 370-Mio.-Projekt
St. Petersburg. Gestern haben sowohl der VW-Konzern wie auch General Motors Verträge zum Bau von Autofabriken in Russland unterzeichnet. VWs und Skodas sollen ab 2007 in Kaluga gebaut werden, GM geht nach Petersburg.
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Während Volkswagen schon seit einigen Jahren mehr oder weniger laut über die Errichtung einer Autofabrik im Raum Moskau nachdenkt, hat sich der US-Konzern – wohl vor dem Hintergrund von Problemen mit seinem Joint Venture mit Lada – innerhalb von zwei Monaten für den Bau eines eigenen Werkes in Russland entschieden.
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General Motors feilt noch an den Details seines Projektes
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Dementsprechend sind bei GM die Parameter des zukünftigen Projektes noch Verschlusssache. Mit Wirtschaftsminister German Gref und der Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko wurde zwar ein Vertrag unterzeichnet, aber die Details über Fristen und die zur Produktion vorgesehenen Modellreihen werden laut der Zeitung „Kommersant“ erst nächste Woche bekannt gegeben.
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Gref zufolge investiert GM in St. Petersburg zunächst 115 Mio. Dollar. Für den Raum Petersburg wird dies die vierte neue Autofabrik neben Ford, Toyota und Nissan.
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VW lässt seiner Tochter Skoda den Vortritt
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Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder legte dagegen gestern in Moskau die Karten relativ offen auf den Tisch: Das VW-Werk wird (wie letzte Woche schon inoffizell bekannt wurde) in Kaluga errichtet – und zunächst jährlich bis zu 20.000 Autos der Tochterfirma Skoda fertigen.
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Schon in der zweiten Jahreshälfte 2007 sollen dort die ersten Skoda Oktavia vom Band rollen. Allerdings handelt es sich dabei zunächst nur um eine Endmontage von vorgefertigt angelieferten Fahrzeugkomponenten.
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VW plant seine Version eines Lada-Konkurrenten
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2009 soll dann eine vollwertige Autofabrik mit Schweiß- und Lackieranlagen und einem Montagefließband in Betrieb gehen. Dann kommen die VW-Modelle Polo, Passat und Toareg hinzu. Außerdem will VW auf Basis des Polo vor allem für den russischen Markt eine kleine Stufenhecklimousine entwickeln, die unter 10.000 Euro kosten soll.
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„Wir haben vor, dort nur Autos für den russischen Markt zu bauen, dessen Wachstum unsere volle Aufmerksamkeit verdient“, erklärte VW-Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass sich der Konzern alsbald auch anderen Märkten in den GUS-Staaten zuwende.
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Größte Investition in der russischen Automobilindustrie
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Die Kapazität des Werkes soll 115.000 Autos im Jahr erreichen, das Investitionsvolumen wird mit 370 Mio. Euro angegeben.
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Damit handelt es sich um das größte Investitionsprojekt in der neueren Geschichte der russischen Autoindustrie – und wohl auch das mit der längsten Vorlaufzeit: Wie ein Blick ins Archiv zeigt, sondierte Skoda im Namen von VW schon Mitte der 90er Jahre Russland als potentiellen Standort. Ende 1998 wurde dann sogar eine Vereinbarung mit Izhmash über die Fertigung des Skoda Felicia unterzeichnet – doch das Projekt wurde nie verwirklicht.
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Volkswagen will auf etwa der Hälfte der in Kaluga reservierten 800 Hektar Fläche Zulieferer ansiedeln, die Teile wie Sitze, Armaturenbretter oder Innenraum- und Karosserie-Elemente fertigen sollen. Laut Pischetsrieder werden Motoren und Getriebe aber in jedem Fall importiert. Ansonsten könnten auch russische Zulieferer zum Zuge kommen, sofern sie die strengen und weltweit gleichen Qualitätsanforderungen des Konzerns erfüllen, erklärte er.
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Lässt General Motors GM-Avtovaz fallen?
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Die Zusage des Autokonzerns General Motors für den Bau einer eigenen Autofabrik bedeutet vermutlich auch das Ende für eines der ersten Engangements der westlichen KFZ-Industrie in Russland: Mit dem lokalen Marktführer Lada gründete der Konzern in Togliatti vor fünf Jahren ein Joint Venture, das vor allem den von Lada-Hersteller Avtovaz damals neu entwickelten Lada Niva als Chevrolet Niva herstellt.
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Qualitäts- und Koordinationsprobleme haben jedoch verhindert, dass sich das Werk wie gewünscht entwickelt: Obwohl mehrfach angekündigt, erreichte der Niva nie die nötige Reife, um unter der Weltmarke Chevrolet auch exportiert zu werden. Inzwischen geht der Absatz dieses Autos sogar auf dem ansonsten boomenden rusisschen Automarkt zurück.
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Der „Kommersant“ mutmaßt, dass GM seinen Anteil in Togliatti an Partner Avtovaz verkaufen könnte und den Erlös in den Aufbau der eigenen Fertigung stecken wird.
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(ld/.rufo)
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