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Donnerstag, 19.06.2003

Jakowlews tränenreicher Abschied

St. Petersburg. Am Mittwoch nahm Ex-Gouverneur Wladimir Jakowlew Abschied von seinen Mitarbeitern und verließ in reichlich trauriger Stimmung den Smolny, um sich auf den Weg zu seinem neuen Arbeitskabinett im Kreml zu machen. In der Gesetzgebenden Versammlung wurde derweil der Weg freigemacht für die Neuwahlen. Um die erwünschten Termine einzuhalten, sind die Abgeordneten sogar bereit, sich am 30. Juni zu einer Zusatzsitzung zusammenzufinden.

Der große Festsaal des Smolny (dort, wo Lenin 1917 den ersten Staat der proletarischen Diktatur ausgerufen hatte) war gestern gut gefüllt – Wladimir Jakowlew hatte ausnahmslos alle seine Untergebenen zu einem Abschiedsmeeting eingeladen. Begrüßt wurde er mit einem donnernden, zwei Minuten währenden Beifall. Sowohl der frischgebackene Vize-Premier als auch viele seiner Ex-Mitarbeiter konnten die Tränen nicht zurückhalten.

Jakowlew dankte seiner Mannschaft für die geleistete Arbeit und beendete seine kurze Rede mit den einfachen Worten: „Ich sage Ihnen Auf Wiedersehen.“ Am Abend gab es dann eine Abschiedsparty in kleinem Kreise, woraufhin Jakowlew endgültig seinen Arbeitsplatz verließ, den er seit Juni 1996 innegehabt hatte.

Im Mariinski-Palais am Isaak-Platz stellte man indes die Weichen für die Zukunft. In dritter Lesung verabschiedeten die Abgeordneten in beneidenswerter und fast schon vergessener Eintracht das aktualisierte Gesetz zur Wahl des Stadtoberhaupts. Die Eile tat Not, denn zwischen der Veröffentlichung des neuen Gesetzes und der Festlegung des Wahltages müssen mindestens zehn Tage vergehen, zwischen dem Rücktritt des Gouverneurs und der Verkündigung des Wahltermins aber höchstens 14 Tage.

Beiden Vorgaben wird nur ein einziger Tag gerecht – der 30. Juni, ein Montag. Obwohl das kein Plenartag ist für die Mitglieder der Petersburger Gesetzgebenden Versammlung, sind die Parlamentarier gern bereit, eine Zusatzschicht zu schieben. Denn sonst übernimmt die städtische Wahlkommission die Festsetzung des Wahltages.

Voraussichtlich wird der neue Gouverneur von Petersburg am 21. September gewählt werden. Möglich ist aber auch der 28. September oder der 5. Oktober. Für den 21. September spricht unter anderem die Tatsache, dass an diesem Tag auch im Leningrader Gebiet gewählt wird.

Auch nach Jakowlews Rücktritt (die offizielle Erklärung wurde übrigens ebenfalls am Mittwoch dem Parlament vorgelegt) traut sich bis jetzt niemand, seine (oder ihre) Kandidatur für den hohen Posten zu verkünden. Außer Anna Markowa, die sich in der letzten Woche „outete“. Valentina Matwijenko, die meistgehandelte Kandidatin, wahrt weiterhin ihr Schweigen. Und mit ihr alle anderen potentiellen Nachfolger/innen von Herrn Jakowlew.
(sb/rufo)

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