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Ein Aufmarsch der Nationalbolschewisten. (Foto: Swetlitski/.rufo)
Ein Aufmarsch der Nationalbolschewisten. (Foto: Swetlitski/.rufo)
Donnerstag, 01.09.2005

Massenschlägerei: Kremljugend als Prügelknaben

Moskau. Anfang der Woche überschattete eine Massenschlägerei die Gründung einer linken Jugendorganisation. Die Linken beschuldigen nun die Kremljugend, einen Bürgerkrieg angezettelt zu haben.

Es war ein gezielter Angriff. Mit Baseballschlägern bewaffnet, griffen etwa 20 – 30 Jugendliche die „Wache“ des Gebäudes an, in dem sich Kommunisten, Vertreter der linkspatriotischen Rodina-Bewegung und Nationalbolschewisten (NBP) auf die Gründung einer linken gemeinsamen Jugendorganisation einigen wollten.

Vier Verletzte, mehrere Festnahmen

Bei der Attacke wurden vier NBP-Aktivisten verletzt, die Angreifer flüchteten in einen Bus, wurden dort allerdings von der Miliz festgenommen. Nach einer kurzen Befragung wurden die Tatverdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt, die Polizei machte keine Angaben über ihre Identität.

Doch den Journalisten fiel eine Liste mit den Namen der Verhafteten in die Hände. Daraus geht hervor, dass es sich bei den Radikalen um Fans des Fußballclubs Spartak Moskau handelt, der mit der Kreml-Jugendorganisation „Naschi“ („Unsere“) sympathisiert.

Beginn des Bürgerkriegs

NBP-Mitglieder wollen außerdem erkannt haben, dass die Angreifer unter ihren Hemden T-Shirts mit der Aufschrift „Naschi“ trugen. Parteichef Eduard Limonow bezeichnete die Schlägerei als “Beginn eines Bürgerkrieges”. Dies sei eine Provokation, die der NBP keine Alternative lasse, sagte Limonow. Diese Aussage Limonows kann als handfeste Drohung aufgefasst werden. Er und seine NBP haben in der Vergangenheit schon häufiger mit gewalttätigen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht.

Ein Verbotsverfahren gegen Limonow und seine Partei wurde vorerst von einem russischen Gericht gestoppt (Foto: Prochaskova/.rufo)
Ein Verbotsverfahren gegen Limonow und seine Partei wurde vorerst von einem russischen Gericht gestoppt (Foto: Prochaskova/.rufo)
Die „Naschisten“ bestreiten freilich jede Tatbeteiligung. Pressesekretär Iwan Mostowitsch wies die Beschuldigungen „als Versuch, die inneren Streitigkeiten (in der NBP) zu verschleiern“, zurück. Er forderte als Konsequenz eine schärfere Überwachung „solcher faschistischer Organisationen wie der NBP.“

Kritik von allen Seiten

Doch die NBP steht nicht alleine da mit ihren Beschuldigungen. KP-Vize Iwan Melnikow verurteilte sowohl die Jugendorganisation „Naschi“ als auch die Miliz. „Dies ist alles eine Bande“, sagte der Politiker. Sein Chef Gennadi Sjuganow forderte eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse. Selbst die liberalen Parteien SPS und Jabloko, denen keine besonders große Sympathie für die politischen Ideen Limonows nachgesagt werden kann, verurteilten den Angriff auf die Linken.

Steckt Polizei mit Tätern unter einer Decke?

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• Nationalbolschewisten doch nicht verboten (16.08.2005)
• Nationalbolschewistische Partei verboten (30.06.2005)
• Anschlag auf Zug Grosny-Moskau: Suche nach Tätern (14.06.2005)
• Skandalumwitterte Weltpremiere am Bolschoitheater (22.03.2005)
In der Kritik stehen auch die Rechtssicherheitsorgane. Nach der schnellen Verhaftung wurden die Randalierer ebenso schnell wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein Anruf „von oben“ habe genügt, glaubt die russische Internetzeitung gazeta.ru. Damit die Angreifer von den Journalisten bei ihrer Freilassung nicht gefilmt werden konnten, wurden sie in kleinen Gruppen mit Polizeifahrzeugen mit getönten Scheiben aus dem Revier gefahren.

Gleichzeitig verbreitete die Polizei anfangs die Meldung, dass es sich bei der Schlägerei um eine Auseinandersetzung zwischen Skinheads und Aserbaidschanern gehandelt habe. „Es ist klar, dass die Beamten der Innenbehörde damit einen zwischennationalen Konflikt erzeugen wollten“,heißt es in einer Erklärung der NBP. Dieser sollte dann als Grundlage für die Beschuldigung dienen, dass die NBP rassistisch sei, glauben Anhänger der Partei.

Inzwischen hat die Polizei die ursprüngliche Version des Tathergangs wieder fallen gelassen. Die Staatsanwaltschaft leitete am Donnerstag ein Strafverfahren wegen Hooliganismus ein.

(ab/.rufo)


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