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Der Moskauer Manege-Platz kurz vor Neujahr (Foto: Poljakow/.rufo)
Der Moskauer Manege-Platz kurz vor Neujahr (Foto: Poljakow/.rufo)
Dienstag, 13.12.2005

Moskauer Pläne für die langen Weihnachtstage

Moskau. Gleich die ersten neun Tage im Januar 2006 sind in Russland arbeitsfrei. Mehr, als vielen Russen lieb ist. Russland-Aktuell hat einige Moskauer zu ihren Plänen für den Feiertags-Marathon befragt.

Das Weihnachtsfest feiert man in Russland erst eine Woche nach Silvester - am 7. Januar. Die 13tägige Verspätung liegt daran, dass die Orthodoxe Kirche am alten julianischen Kalender festhält. Neujahr ist in Russland traditionell ein Familienfest. Zu diesem Anlass, nicht wie bei uns zu Weihnachten, stellt man hier die Weihnachtsbäume auf, verteilt Geschenke und lässt es sich gut gehen.

Zeit zum Erholen gibt es genug. Erst Mitte Januar beginnt für viele Russen wieder der gewohnte Alltagstrott.

Olga, 33, Sachbearbeiterin:



Ich finde vor allem sehr gut, dass die Feiertagen mit den Schulferien übereinstimmen. Ich freue mich schon auf die Zeit, die ich mit meinem Sohn verbringen werde. Vielleicht gehen wir Schlittschuhlaufen oder ins Theater oder aber zur „Jolka“ (Russische Kinder-Neujahrsfeier). Im Laufe des Jahres kann ich leider nicht so viel mit ihm zusammen unternehmen. Da bin ich am Wochenende gewöhnlich so erledigt, dass ich nur Zeit zum Schlafen brauche.

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man diese Freizeit nutzen kann. Das hängt aber vor allem von der finanziellen Lage der Familie und ihren Interessen ab. Auch die Familie kann ein Hindernis sein, den Urlaub frei zu gestalten. Da muss man auf den Ehepartner Rücksicht nehmen und von den kleinen Kindern ganz zu schweigen! Ich fahre deshalb nicht weg, hoffe aber, wir können diese schöne Winterzeit auch in Moskau genießen.

Bei Russland-Aktuell
• Russland-Aktuell-Special: Weihnachten

Evgenij, 28, Jurist:



Ich fahre auf jeden Fall weg, weiß jedoch noch nicht genau wohin. Ski fahren wäre nicht schlecht. Und Freunde treffen. Jetzt, wo das neue Arbeitsjahr zehn Tage später anfängt, muss man diese Zeit möglichst sinnvoll verbringen und die Möglichkeit nutzen, sich vor dem Start in das neue Jahr zu erholen.

Elena, 25, Verkäuferin:



Ich bin nicht so froh über diese lange freie Zeit! Ich werde sowieso arbeiten und unser Geschäft liegt in einem Viertel, wo viele Büros sind. Da rechnen wir mit nur wenigen Kunden. Ich sehe keinen Sinn in diesen Feiertagen.

Elena, 27, U-Bahn-Angestellte:



Ich würde über die freien Tage gerne in den Süden fahren, wo es warm ist. Falls das nicht klappt, machen wir eine Schaschlik-Party in der Natur, irgendwo in der Nähe von Moskau. Aber auch in der Stadt wird es uns sicher nicht langweilig. Endlich gönne ich mir einen Theater- oder Kinobesuch, gehe Schlittschuhlaufen oder mache einen Stadtrundgang.

Lena, 35, Sekretärin:



Es wäre wichtig für unsere Landsleute nicht einfach die Zeit zu vergeuden, sondern zu lernen wie man sich richtig erholt. Es liegt in unseren Händen was wir daraus machen: einen Familienurlaub oder einige Tage im Vollrausch. Früher hatte ich immer das Problem, wohin mit dem Kind während den Schul-Winterferien. Jetzt habe ich selbst frei und für die übrigen sechzehn Arbeitstage bekomme ich genau so viel Geld, als ob ich den ganzen Monat gearbeitet hätte. Das bereitet mir besonderes Vergnügen.

Nastja, 23, Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft



Ich werde während der Feiertage arbeiten, das klingt natürlich auch für mich etwas traurig. Aber Österreicher feiern nicht so großzügig wie wir und die Botschaft ist auch Anfang Januar offen. Außerdem herrscht bei uns gerade Hochsaison. Sehr viele Russen machen Urlaub in Österreich und kümmern sich rechtzeitig um alle Einzelheiten. Vor allem Reisebüros stehen schon Schlange.

Was ich von dieser Neuerung bzgl. der Feiertage halte? Einerseits bin ich der Ansicht, dass diejenigen, die sich eine Reise leisten können, Glück haben. Andererseits gucken alle anderen in die Röhre.

Valerija, (?), Post-Mitarbeiterin



Für mich sind die Neujahrsferien eine großartige Möglichkeit, meine Eltern zu besuchen. Sie leben am Weißen Meer. Es ist sehr kalt da, aber das macht mir nichts aus, ich bin doch dort geboren. Schade nur, dass wir jetzt im Mai weniger Feiertage haben.

Früher gab es Anfang Mai einige freie Tage hintereinander. Ich habe diese warme Zeit immer genutzt, um das Gemüse in meinem Schrebergarten zu säen. Sonst habe ich für den nächstes Silvester keine eingemachten Spezialitäten. Ich möchte trotzdem allen einen guten Rutsch und frohes Weihnachten wünschen!

(kam/jst/.rufo)


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