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| Gasexplosion in Archangelsk (foto: newsru.com) | |
Montag, 27.12.2004
Trübe Aussichten: Wie es 2005 knallt und raucht
St. Petersburg. Just am Tag nach dem Jahrhundert-Beben im Indischen Ozean zog Katastrophenschutz-Minister Sergej Schoigu die Katastrophenbilanz des ausklingenden Jahres und gab seine Prognosen für 2005 ab: Naturkatastrophen werden eher weniger erwartet, aber Erdbeben liegen im Trend – und die Verkehrsunfälle nehmen weiter zu. Insgesamt, so der Minister, war 2004 ein relativ ruhiges Jahr - von "Beslan" einmal abgesehen.
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Wie jedes Ministerium muss auch Schoigus hochgerüstetes MTschS (Ministerium für Ausnahmesituationen), dem Feuerwehren, Wasser- und Bergretter sowie Katastrophenhelfer aller Kategorien unterstehen, seine Arbeit fürs nächste Jahr planen. Dazu ermitteln Fachleute aufgrund diverser Daten die Wahrscheinlichkeit dieser oder jener Unglückskategorie im kommenden Jahr – ohne natürlich genaue Vorhersagen treffen zu können.
Naturkatastrophen haben sich in Russland in den ersten drei Quartalen schon 231 der prognostizierten 270-280 eingestellt. Gegenüber dem Jahresmittel von 130 Toten waren 2004 aber nur 27 Opfer von Naturgewalten zu beklagen. Technische Katastrophen waren signifikant seltener als erwartet: Bis zum Jahresende dürften 500 bis 550 zusammenkommen, der Durchschnitt liegt jedoch bei 792.
2005 sollte insgesamt ein ruhiges Jahr werden.
Allerdings gebe es einige geologische Anomalien, die im Fernen Osten (auf Kamtschatka, den Kurilen und Sachalin) sowie im Kaukasus Erdbeben relativ wahrscheinlich erscheinen lassen. Manche der MTschS-Prognmosen haben natürlich etwas von Binsenweisheiten: Zu Unglücken in Fabriken kommt es meist in industriellen Ballungsgebieten, Waldbrände geschehen nicht in Steppenzonen und wo Überschwemmungen drohen, ist eigentlich auch hinreichend bekannt: Als gefährdet werden beispielsweise das Leningrader und Krasnodarer Gebiet, Wolgograd oder der Jüdische Autonome Kreis am Amur gehandelt. Die höchste Gefährdung durch Naturkatastrophen aller Art besteht im Süden Russlands.
Der Jahreskalender der Katastrophenhelfer
Aber auch zeitlich wissen die russischen Katastrophenschützer schon, was in etwa wann auf sie zukommt: Von Mai bis Juli häufen sich Eisenbahnunglücke, im Oktober und November sinken oft Schiffe, im Juli und August knallt es besonders häufig auf den Straßen, im August stürzen Flugzeuge vom Himmel. November und Dezember sind die kritischen Monate für das Stromnetz und von Dezember bis Februar ist in Wohnhäusern und bei den kommunalen Versorgern besonders oft Feuer unterm Dach.
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Die wohl weiter wachsende Zahl der Verkehrsunfälle erklärte der Minister mit der unvermindert ansteigenden Zahl der Autos (und deren PS-Leistung) wie auch mit dem sinkenden Durchschnittsalter der Fahrer: Immer öfter säßen schlecht ausgebildete 18- bis 20-jährige am Steuer. „Sicher ist das schön,dass sich unsere Kinder erlauben können, wovon wir in dem Alter nur träumen konnten“ meinte Schoigu, „aber dabei haben sie eben auch immer mehr Unfälle“.
(ld/.rufo)
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