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| Michail Kassjanow (Foto: Djatschkow/.rufo) | |
Dienstag, 30.08.2005
Kassjanow: Teilnahme an allen Wahlen in Russland
Moskau. Es wird nicht ruhig um Ex-Premier Kassjanow: Erst die Ermittlungen wegen illegaler Immobiliengeschäfte, dann seine Kritik, Putin führe Russland undemokratisch. Jetzt will Kassjanow Wahlkampf machen.
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Wie Michail Kassjanow mitteilte, beabsichtige er an den anstehenden Regionalwahlen in Moskau und einigen anderen Gebieten sowie den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2007 und 2008 teilzunehmen. Er sei eben ein Mensch, der sich mit gesellschaftlich-politischen Angelegenheiten beschäftige, begründete er seine Absicht vor Journalisten.
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In welcher Form er an den Wahlkämpfen teilnehme, werde sich jedoch erst noch zeigen. In nächster Zeit wolle er sich dafür mit allen führenden Kräften beraten, „die sich zu demokratischen Prinzipien bekennen“. In der Vergangenheit hatte Kassjanow mehrmals zu verstehen zu geben, dass er einer Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2008 durchaus nicht abgeneigt wäre.
Kassjanow: Nie das Gesetz gebrochen
Gleichzeitig wehrte sich Kassjanow erneut gegen die Vorwürfe, in unlautere Immobiliengeschäfte verwickelt zu sein. Er sprach von einer Verleumdungskampagne, mit der er diskreditiert werden solle. Er habe niemals in seiner 25-jährigen Politikerkarriere gegen das Gesetz verstossen, gab er sich am Montag als völlig unschuldiger Bürger.
Ermittlungen wegen Staatsdatscha zum Spottpreis
Kassjanow, der im vergangenen Jahr von Kreml-Chef Putin aus seiner Funktion als Premierminister entlassen worden war, hatte sich zuletzt als möglicher Oppositionsführer ins Gespräch gebracht und Putin wiederholt autoritären Regierungsstil vorgeworfen.
Kassjanow wird dem Politikerkreis um die Jelzin-Familie zugerechnet. Er ist aber auch im liberalen Lager in Russland wegen seiner früheren Affären umstritten. Als Premierminister unter Jelzin und Putin war er vor allem für die Wirtschaftspolitik verantwortlich.
Weil er in seiner Zeit als Premierminister eine Staatsdatscha im Stadtgebiet und zwei Grundstücke im Moskauer Umland zu einem Spottpreis erworben hatte, geriet er vor einigen Wochen ins Visier der Staatsanwaltschaft.
Kassjanow war erst am Montag aus einem Auslandsurlaub zurückgekehrt. In der Presse war zuvor spekuliert worden, dass der Ex-Premier aus Furcht vor einem Prozess ganz im Ausland bleiben werde.
(jm/rufo)
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