Starkes Milizaufgebot an der Kommunisten-Kundgebung (foto: jb/rufo)
Montag, 09.05.2005
Kommunisten feiern das Kriegsende separat
Moskau. Parallel zu den offiziellen Veranstaltungen rund um den Kreml fand am Weißrussischen Bahnhof ein Treffen linker Parteien und Gruppierungen statt. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Die Organisatoren, angeführt von der Kommunistischen Partei Russlands, wollten an das Kriegsende vor 60 Jahren erinnern. Ihre Demonstration war erst kurz vor dem „Tag des Sieges“ von den Stadtbehörden erlaubt worden. Traditionell marschieren sie am 9. Mai in der Innenstadt. Dieses Jahr hatten die Sicherheitsvorkehrungen für die angereisten rund 50 Staats- und Regierungschefs dies verhindert.
Linke gedenken und protestieren
Demonstrant mit Stalin-Plakat (foto: jb/rufo)
Auf dem Platz vor dem Weißrussischen Bahnhof hatten sich mehrere tausend Anhänger von KPRF, den Nationalbolschewisten von Eduard Limonow und anderen „rote“ Gruppierungen versammelt. Unter die Glückwünsche zum „Tag des Sieges“ mischte sich auch Kritik an der Regierung. Von einigen Demonstranten wurden Stalin-Bilder getragen.
Kommunisten-Chef Gennadi Sjuganow sagte, er sei sicher, dass eines Tages die Sowjetunion wieder hergestellt werde und auf dem Kreml wieder die rote Fahne wehen wird.
Starkes Milizaufgebot an der Kommunisten-Kundgebung (foto: jb/rufo)
Der ganze Platz war mit Gittern und Metalldetektoren abgesperrt. Während anfangs noch jeder zu der Demonstration konnte, wurde zum Ende der Zugang eingeschränkt. Zum Ende der Veranstaltung kam es zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten linker Jugendorganisationen und der Miliz. Um den Platz war ein Großaufgebot von Polizeikräften und Sondereinheiten zusammengezogen worden.
Verhaftungen und Zusammenstöße
Schon heute Morgen hatte es eine unerlaubte Demonstration vor der lettischen Botschaft gegeben. Nach Angaben von „Echo Moskwy“ protestierten rund 30 Aktivisten der „Rodina“-Jugendorganisation gegen den Besuch der lettischen Präsidentin Vaira Vike-Freiberga in Moskau. Auch einige Anhänger der „Avantgarde Roter Jugend“ sowie der „Nationalbolschewistischen Partei“ waren verhaftet worden, als sie versuchten auf den Platz vor dem Weißrussischen Bahnhof zu kommen.
„Echo Moskau“ sprach von 50 Festgenommenen. Die Behörden bestätigten die Arretierung potentieller Störer in verschiedenen Stadtgebieten, ohne jedoch Zahlen zu nennen. (jb/rufo)
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)