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| Wahlsieger Wladimir Schirinowski (Foto: Berinowa/.rufo) | |
Donnerstag, 11.12.2003
Sitzverteilung: Duma ohne Demokraten
Moskau. Haarscharf ist die vom Kreml gegründete Partei „Einiges Russland“ an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt. Nach der Bekanntgabe der amtlichen Endergebnisse der Dumawahlen erzielte Putins Hausmacht 222 der 450 Mandate in der neuen Duma (117 über die Parteiliste und 105 Direktmandate). Die KP liegt mit 65 (53 + 12) abgeschlagen auf Platz zwei. russland-aktuell dokumentiert die endgültige Kräfteverteilung in der Duma.
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Hinter "Einigem Russland" und der KP folgen die linksnationalistische Bewegung „Rodina“, die 45 Abgeordnete in die neue Duma schickt (37 + 8) und Wladimir Schirinowskis LDPR mit 38 Mandaten (alle über die Parteiliste). Alle anderen Parteien scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.
Die Putin-treue gemäßigt nationalistische Volkspartei konnte allerdings immerhin in 19 Wahlkreisen die Direktmandate erobern, die sozialliberale Jabloko-Partei wird in Zukunft nur noch mit vier Abgeordneten im Parlament vertreten sein, die „Partei des Lebens“ stellt drei Parlamentarier, die liberale „Union Rechter Kräfte“ (SPS) und die Agragier jeweils zwei. 50 Direktmandate fielen an Politiker, die bisher nicht partei-gebunden waren.
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Einige der einstigen Duma-Stars werden auch im neuen Parlament wieder vertreten sein. Ex-Parlamentschef Gennadi Selesnjow eroberte seinen Wahlkreis ebenso wie der bekannte Polarforscher Arthur Tschilingarow, der Jabloko-Politiker und Ex-Finanzminister Michail Sadornow. Im neuen Parlament werden die antisemitische Hetzer Albert Makaschow und der skandal-umwitterte Enthüllungs-Reporter Alexander Chinstein sitzen, ebenso wie der Ex-Chefleibwächter von Boris Jelzin, Alexander Korschakow und der Schlager-König Iossif Kobson.
Einige bekannte Gesichter verloren dagegen das Rennen in ihren Direktwahlkreisen. Weder der Erzkommunist Viktor Iljuchin, noch der prügelnde Arbeiter-Abgeordnete Wassilij Schandybin werden in der neuen Duma für Furore sorgen. Die bisherige liberale Duma-Vizechefin Irina Chakamada verlor ihr Mandat ebenso, wie Jabloko-Außenpolitiker Wladimir Lukin und dessen Parteichef Grigori Jawlinski, der nur über die Parteiliste angetreten war. Auch der skurile Pharma-König Wladimir Brynzalow verlor seinen Wahlkreis, kündigte aber an, dass er gegen das Ergebnis klagen wolle.
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| Ob die wenigen versprengten demokratisch orientierten Abgeordneten eine eigene Gruppe bilden können, war zunächst offen. Mindestens 35 Parlamentarier müssten sich zusammenschließen, um einige der Rechte zu erhalten, die sonst nur Fraktionen vorbehalten sind. Der unabhängige Abgeordnete Wladimir Ryschkow erklärte, die Verhandlungen über die Bildung einer Demokraten-Gruppe hätten bereits begonnen.
(kp/.rufo)
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