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| Demnächst Ladies only? (Foto: Galbach/.rufo) | |
Montag, 25.10.2004
Eisenbahn trennt Abteile nach Geschlechtern
Moskau. In immer mehr Regionen geht die Russische Eisenbahn dazu über, in Schlafwagenzügen getrennte Frauen- und Männerabteile einzuführen. Die Experimente an der Wolga, in Nordrussland und anderswo haben bislang noch nicht den Segen der Bahn-Zentrale in Moskau, erfreuen sich aber zunehmender Beliebtheit.
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Bis vor wenigen Jahren war es selbst in russischen Millionenstädten für ein unverheiratetes Paar nicht ohne Weiteres möglich, ein Hotel- Doppelzimmer zu beziehen. Unerklärlicherweise galten die Regeln der sowjetischen Prüderie jedoch auf der Schiene nie, ganz anders als bei vielen europäischen Bahngesellschaften. Männer und Frauen wurden in den Schlafwagenzügen zwischen Kaliningrad und Wladiwostok stets willkürlich zusammengewürfelt. Dabei gibt es durchaus Nachfrage nach der Geschlechtertrennung:
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So führt die Gorki-Eisenbahn mit Sitz in Nischni Nowgorod, zu der das Schienennetz der mittleren Wolga mit Städten wie Wladimir , Kasan und Ischewsk gehört, inzwischen in allen Expresszügen einige Waggons mit separaten Männer- und Frauenabteile. Ein Preisaufschlag werde nicht fällig, so der Pressesprecher Rinat Amelatdinow zu russland-aktuell.RU. Zwar sei es nicht ausgeschlossen, dass im Ernstfall ein Frauenabteil mit nur einer Passagierin abfahre, drei Männer aber dafür keinen Platz mehr im Zug bekämen. Bislang gebe es jedoch keine Beschwerden.
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Aufgrund einer Reihe technischer Schwierigkeiten plant die RZD kurzfristig jedoch nicht, die Erfahrung einzelner regionaler Filialen landesweit anzuwenden. Notwendig sei zunächst ein Umbau der Buchungstechnik, damit in Zukunft das Geschlecht der Fahrgäste auf den Fahrkarten verzeichnet werden kann. Die russlandweite Einführung von Frauen- und Männer-Abteilen sei frühestens zu dem Zeitpunkt denkbar, zu dem die Bahn offiziell ihr völlig neues Tarifsystem einführen will. An dem Dokument arbeiten zurzeit Eisenbahnabteilungen und Regierungsstellen.
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Die Reform kann auch mit dem Segen der Religionen rechnen. “Meine Seele ist erleichtert, das entspricht der Scharia und den Regeln eines demokratischen Landes”, zitierte die Moskauer “Komsomolskaja Prawda” einen muslimischen Geistlichen, “Ich bete für die Eisenbahner.” Der kommunistische Duma-Abgeordnete Nikolai Charitonow äußerte sich dagegen skeptisch und plädierte dafür, die alte Praxis nicht zu ändern. “Die halbe Sowjetunion hat den Ehepartner doch im Zugabteil kennengelernt.”
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(kp/.rufo)
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