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Düsterer Blick in die Zukunft. Wie gehts weiter am Arbeitsmarkt (Foto: TV)
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Mittwoch, 03.12.2008

Arbeitslosenheer in Russland wächst auf 4,6 Millionen

Moskau. Die Arbeitslosigkeit in Russland steigt in hohem Tempo. Nach Schätzungen des russischen Statistikamts haben im November 800.000 Menschen ihren Job verloren. Der Winter könnte Russland 2 Mio. Arbeitsplätze kosten.

Auf den ersten Blick verheißen die Statistiken des russischen Gesundheits- und Sozialministeriums nichts Böses. 1,5 Millionen Arbeitslose sind bei der Behörde registriert. Seit Anfang Oktober haben sich demnach 26.600 neue Arbeitslose angemeldet.

Nur ein Teil der Arbeitslosen lässt sich registrieren


Doch selbst die Experten des Ministeriums wissen, dass sie mit ihrer Statistik nur die Spitze des Eisberges erfassen. „Nur ein Teil der Organisationen informiert die Behörden offiziell über Kürzungen und nur ein Teil der Arbeitslosen lässt sich an der Arbeitsbörse registrieren“, gesteht das Ministerium.

Nach Schätzungen des russischen Statistikamts RosStat sind inzwischen 4,6 Millionen Russen arbeitslos. Das ist ein Zuwachs von etwa 800.000 Menschen allein im November. Damit hätte Russland schon jetzt die negativen Befürchtungen der Weltbank für den russischen Arbeitsmarkt übertroffen.

Bei Russland-Aktuell
• Rezession ist für Russland kein Thema - noch nicht (25.11.2008)
• Putin kündigt Erhöhung des Arbeitslosengeldes an (20.11.2008)
• Putin und Medwedew beschwören den Sozialstaat (20.11.2008)
• Die Krise greift um sich: Wodka-Fabrik still gelegt (23.10.2008)
• Russlands Mittelschicht droht Arbeitslosigkeit (16.10.2008)

Zahl der Arbeitslosen wird weiter steigen im Winter


Die Weltbank hatte Mitte November in einer Studie vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von 5,3 auf 5,9 Prozent bis Jahresende gewarnt. Doch wenn die Zahlen stimmen, dann sind bereits jetzt 6,1 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung in Russland arbeitslos.

Dabei stehen die größten Kürzungen wohl noch bevor. Bis März 2009 könnte das Arbeitslosenheer um weitere 2 Millionen Russen anwachsen. Traditionsgemäß sei der Winter eine schlechte Jahreszeit für Arbeitnehmer, erklärt Sergej Smirnow, Leiter des Instituts für Sozialpolitik an der Moskauer Wirtschafts-Hochschule. Zweifellos wird es weitere Entlassungen geben und das Arbeitslosen-Niveau kann sich durchaus sieben Prozent annähern“, schätzt Smirnow.

Kurzarbeit nimmt zu, Russen nehmen es mit Ironie


Daneben wird auch die Zahl der Kurzarbeiter wohl deutlich zunehmen. Schon jetzt haben viele Betriebe ihre Arbeiter und Angestellten in Zwangsurlaub geschickt oder ihnen Kurzarbeit verordnet. Andere Betriebe senken einfach die Bezüge ihrer Mitarbeiter.

Noch sind die meisten Russen optimistisch, eine neue Stelle zu finden oder ihren Lohn später zu bekommen. Den Frust bauen viele durch das Erfinden von Witzen ab.
Schwarzer Humor hat Hochkonjunktur: Treffen sich zwei Unternehmer. Fragt der eine den anderen: „Sag mal, bezahlst Du Deine Leute eigentlich“ – „Nein, schon seit Anfang der Krise nicht mehr“ – „Und arbeiten Sie trotzdem?“ – „Ja, sie kommen jeden Morgen ins Büro“ – „Mensch, sollten wir nicht langsam Eintrittsgeld verlangen?“



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