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So freudig wie hier nach der Produktion des 10.000. Autos im neuen VW-Skoda-Werk in Kaluga ist die Stimmung in der deutschen Geschäftswelt jetzt nicht mehr (Foto: sigma-vw.ru)
So freudig wie hier nach der Produktion des 10.000. Autos im neuen VW-Skoda-Werk in Kaluga ist die Stimmung in der deutschen Geschäftswelt jetzt nicht mehr (Foto: sigma-vw.ru)
Dienstag, 18.11.2008

Deutsche Unternehmen spüren die Krise in Russland

Moskau. Der Kater nach der Partystimmung auf dem Boom-Markt Russland: Bei zwei Dritteln der in Russland tätigen deutschen Unternehmen herrschen nun pessimistische Einschätzungen über den weiteren Geschäftsgang vor.

Unter den Mitgliedern der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) gehen die Einschätzungen in Bezug auf ihr Russlandgeschäft jetzt deutlich nach unten. Noch im September waren die Auswirkungen der Finanzkrise in Russland unter den deutschen Firmen kaum wahrnehmbar.

In einer Anfang November erfolgten zweiten AHK-Umfrage unter den in Russland tätigen deutschen Unternehmen bestätigten jetzt fast zwei Drittel einen negativen Einfluss der Finanzkrise auf die laufenden Geschäfte, geplanten Investitionen und bereits begonnenen Projekte. Allerdings schätzen die deutschen Unternehmen Russland trotz der augenblicklichen Krise weiterhin als attraktiven Markt ein.

An der Umfrage nahmen 30 große deutsche Unternehmen aus verschiedenen Branchen (u.a. Baugewerbe, Finanzbranche, Automobilindustrie, Metallurgie, Handel, Consulting und Versicherungen sowie Anwaltskanzleien)teil.

64 Prozent sehen leichte bis deutliche Einbußen auf sich zu kommen


Das Hauptergebnis: 43 Prozent der befragten Firmen gehen von einem negativen Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit aus, weitere 21 Prozent nehmen eine leichte Verschlechterung an. 36 Prozent erklärten hingegen, sie spüren keinerlei Auswirkungen der Krise auf ihr Geschäft.

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Die unmittelbaren Folgen der Krise sind nach Unternehmensangaben: Reduzierung des Absatzes (Nennungen: 20 Prozent), Verschlechterung der Kundenbeziehungen (18 Prozent), Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme (18 Prozent) und massive interne Einsparungen: 22 Prozent der Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Ausgaben zu reduzieren.

Krisen-Strategien: Sparen - oder neue Märkte suchen


Die augenblickliche Situation führt zu zwei diametral entgegen gesetzten Reaktionen, so die deutsch-russische AHK in einer Pressemitteilung: Einerseits würden Maßnahmen erwogen, die Geschäftstätigkeit in Russland deutlich zu reduzieren – etwa in Form eines Einfrierens von Investitionsprojekten (16 Prozent), der Kündigung ausländischer Fachkräfte (3 Prozent) oder Factoring-Arbeit mit Partnern (3 Prozent).

Andere Firmen planen ihr Geschäft hingegen deutlich auszuweiten: Sie benannten die Identifizierung neuer Produkte und Flexibilität gegenüber Geschäftspartnern (20 Prozent) als Krisenstrategie.

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Pessimismus, aber keine Panik


Panik herrsche in Moskaus deutscher Geschäftswelt zwar nicht, so die AHK, aber von „großer Besorgnis“ sprächen doch 30 Prozent der Unternehmen. 20 Prozent befürchten, dass die Krise zu einer Reduzierung des deutsch-russischen Außenhandels führen könnte. 13 Prozent erwarten eine Verschlechterung erst im Jahr 2009.

Trotz aller Befürchtungen rechnen nur 6 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einem Einfrieren von Projekten mit deutscher Beteiligung, 5 Prozent sehen einen Rückfluss von Auslandsinvestitionen kommen und 3 Prozent prognostizieren den Schutz des russischen Binnenmarktes vor ausländischen Lieferanten. Hingegen erwarten 30 Prozent der befragten AHK-Mitgliedsfirmen, dass der gegenwärtige Kurs zu stabilen deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen erhalten bleibt.

56 Prozent halten Russland weiterhin für attraktiv


Und angesichts der weltweit um sich greifenden Krise und Rezession bleibt Russland trotz aller Probleme und des aktuellen Geschäftsrückgangs nach Meinung einer Mehrheit ein interessanter Business-Standort.

56 Prozent der befragten Unternehmen erklärten jedenfalls, dass Russland für Investoren nach wie vor attraktiv ist.



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