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Fluglotsen (foto:newsru.com)
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Freitag, 06.12.2002

Fluglotsenstreik in Sibirien weitet sich aus

St. Petersburg. In Westsibirien hungerstreiken Fluglotsen wegen ihrer geringen Gehälter, die kaum ausreichen, um genug zu essen zu kaufen. Der Streik begann am 29. November in Surgut. Inzwischen ist deshalb der Luftverkehr über dem ölreichen Gebiet Chanti-Mansijsk weitgehend lahmgelegt. Jetzt schlossen sich auch Lotsen aus Nowosibrisk und Omsk dem Hungerstreik an.

In Omsk sind heute 80 Mitarbeiter des Lotsendienstes in den Hungerstreik getreten. „Bei dieser Verantwortung für die Flugsicherheit und das Leben von Menschen ist der Lohn eines Lotsen von 5000 Rubel (ca. 155 Euro) beleidigend“, so ein Sprecher der Steikenden. Am Donnerstag waren 30 „Dispatcher“ des Lotsendienstes in Nowosibirisk aus Solidarität mit ihren Kollegen in Nordwestsibirien ebenfalls in Streik getreten. Auch im polaren Salechard habne sich Lotsen dem Streik angeschlossen.

Da die meisten der in den für russische Verhältnisse als „reich“ (aber auch entsprechend teuer) geltenden Öl-Städten Surgut, Chanti-Mansisjk, Kogalym, Nischnewartowsk, Neftejugansk hungerstreikenden Lotsen inzwischen von Ärzten als nicht mehr arbeitsfähig erklärt wurden, musste dort der Flugverkehr massiv eingeschränkt werden. Der von Surgut und Chanti-Mansijsk aus kontrollierte Luftraum ist deswegen täglich zwischen 14 Uhr und 5.30 Uhr für allen Verkehr gesperrt.

Dies betrifft auch Transitflüge, die um diesen Luftraum herum umgeleitet werden. Inzwischen beraten aber auch die Fluglotsen anderer sibirischer Kontrollzentren, die deshalb zusätzliche Arbeit bekamen, über Solidaritätsmaßnahmen.

Die St. Petersburger Fluglotsen, allesamt Angestellte der ortsansässigen Fluggesellschaft "Pulkovo", hatten dagegen zu Beginn der Streikwelle erklärt, dass sie mit ihrer Entlohnung zufrieden sind und sich dem Streik nicht anschliessen werden.

(ld/rUFO)

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