Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow
Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Dmitri Medwedew verspricht mehr Liberalismus und staatliche Unterstützung bei Auslandsexpansionen (Foto: gazprom)
Dmitri Medwedew verspricht mehr Liberalismus und staatliche Unterstützung bei Auslandsexpansionen (Foto: gazprom)
Freitag, 01.02.2008

Medwedew will Rechtssicherheit und Auslandsexpansion

Krasnodar. Dmitri Medwedjew, Kremlkandidat bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen hat Teile seines Wahlprogramms vorgestellt. Den Unternehmern versprach er Rechtssicherheit und Hilfe bei der Expansion ins Ausland.

Auf dem „1. Allrussischen Forum der Industriellen und Unternehmer“ in Krasnodar stellte der 1. Vize-Premier ein relativ liberales Wirtschaftsprogramm vor. „Staatskapitalismus“ werde es nicht geben, versicherte er.

Absage an chinesisches Modell


„Staatskapitalismus im 21. Jahrhundert kann nicht effektiv sein. Staatliche Großunternehmen sind nur in den Bereichen nötig, wo man ohne sie nicht auskommen kann und auch dort nur für eine bestimmte Zeit“, sagte Dmitri Medwedew.

Stattdessen versprach er den Unternehmern, dass der Staat künftig für einen klaren und vorhersehbaren Rechtsrahmen sorgen werde, der den Unternehmern das Geschäft erleichtere. Medwedew hatte schon in der Vergangenheit mehrfach den Rechtsnihilismus in Russland kritisiert.

Rechtsunsicherheit und Korruption sind die größten Probleme Russlands


Tatsächlich ist Rechtsunsicherheit eines der größten Probleme Russlands und eines der größten Investitionshindernisse in dem Land. Die Korruption blüht mehr denn je. Die von Putin einst verkündete „Diktatur des Gesetzes“ hat sich längst in eine Diktatur der Beamtenschaft verwandelt.

Bei Russland-Aktuell
• Kreml-Kandidat Medwedew für schärfere Umweltstrafen (30.01.2008)
• Medwedews Wahlprogramm: Stabilität und Gerechtigkeit (22.01.2008)
• Tandem Putin-Medwedew wird den Kurs beibehalten (17.12.2007)
• Putin bleibt an der Macht – als Premier Russlands (11.12.2007)
• Medwedew Garant für stabilen außenpolitischen Kurs (11.12.2007)
Selbst die russische Bürgerkammer, ein Beratungsorgan des Präsidenten, konstatierte, dass die Korruption in den letzten Jahren stark zugenommen habe. „Früher musste man Beamte bestechen, damit sie das Gesetz brechen, heute muss man zahlen, damit sie das Gesetz einhalten“, erklärt ein russischer Unternehmer, der allerdings lieber nicht genannt werden will.

Industrielle verbinden Hoffnungen mit Medwedew


Das liberale Image, das sich Medwedew gibt, weckt daher zumindest vorsichtige Hoffnungen bei russischen Geschäftsleuten. Alexander Schochin, Präsident des Industriellen- und Unternehmerverbandes, nannte das Geschäftsklima allgemein positiv, sprach gegenüber Medwedew aber auch die Sorgen der Industriellen an.

„Es gibt eine ganze Reihe besorgniserregender Faktoren: Die Inflation, die unterentwickelte Infrastruktur in den Regionen, das ungeschützte Eigentumsrecht und die Unmöglichkeit, bestimmte Fragen vor Gericht zu klären“, sagte Schochin.

Staatliche Hilfe bei Auslandsexpansionen versprochen


Medwedew versprach den Unternehmern allerdings nicht nur eine bessere Umsetzung der bestehenden Gesetze, sondern auch staatliche Hilfe bei der Expansion im Ausland. Derzeit kaufen viele russische Firmen Technik aus dem Ausland. Besser als der Import von Maschinen sei jedoch der Kauf von ausländischen Unternehmen, die Maschinen herstellen, meinte Medwedew. Dabei werde der Staat die russischen Konzerne aktiv unterstützen, versprach er.

Bislang schadeten die offensiv-forschen Töne aus der Moskauer Politik allerdings den russischen Geschäftsleuten mehr, als dass sie nützen. Vielfach weckt die mitunter martialische Rhetorik Ängste im Westen.

Russen unbeliebte Investoren


So tun sich russische Investoren im Ausland schwer. Vielfach stoßen sie auf Vorurteile, die durchaus geschäftsschädigend sein können. Die russische Zeitschrift „Fusion und Übernahme“ hat berechnet, dass russische Konzerne wegen ihres schlechten pro Jahr Übernahmeschlachten im Wert von 50 Mrd. USD verlieren.

Vor allem der staatliche Gasmonpolist Gazprom (bei dem Medwedew Aufsichtsratsvorsitzender ist) bekommt dies immer wieder zu spüren. In der Vergangenheit scheiterten mehrfach Versuche, europäische Energieversorger zu schlucken an politischen Bedenken. Aber auch der Großindustrielle Alexej Mordaschow scheiterte vor einiger Zeit mit seiner Offerte an den Stahlkonzern Arcelor.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 01.02.2008
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>








Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

13.02.2012Wirtschaftskrise in Griechenland
13.02.2012Goldschürfer von Magadan produzieren um die Hälfte mehr Edelmetall
13.02.2012Russischer Diamanten-Gigant Alrosa steigert Umsatz
13.02.2012Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
13.02.2012GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell






google.com
yahoo.com