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BMW wird bereits seit einigen Jahren bei Awtotor in Kaliningrad montiert (Foto: Archiv/.rufo)
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Mittwoch, 28.05.2008

Russland will keine Gebrauchtwagen aus dem Westen

Moskau. Die russische Regierung will die Einfuhr von Gebrauchtwagen erschweren. Für Autos, die älter als fünf Jahre sind, werden Strafzölle eingeführt. Die Maßnahme soll den russischen Fahrzeug-Herstellern zu Gute kommen.

„Etwa 80 Prozent der Autos, die in Russland verkauft werden, müssen auch bei uns hergestellt werden“, forderte Premier Wladimir Putin am Dienstag beim Besuch des Autowerks „Sewerstal-Awto“. Derzeit werden etwa 40 Prozent des russischen Fahrzeugmarktes mit Eigenprodukten versorgt.

Russische Autos büßen weiter an Terrain ein


Allerdings sind gerade mal ein Viertel der 3 Mio. Autos, die im vergangenen Jahr abgesetzt wurden, auch tatsächlich russische Traditionsmarken, wie Lada oder Wolga. Dies liege daran, dass „seinerzeit unsere Autoindustrie ernsthaft an Boden eingebüßt hat“, klagte Putin. Immerhin werden seit einigen Jahren in Russland auch ausländische Marken, wie BMW, Ford und Toyota zusammen geschraubt.

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Die russische Regierung will auch weiterhin ausländische Fahrzeugproduzenten ins Land holen. Zugleich sollen die einheimischen Autobauer durch hohe Schutzzölle vor der ausländischen Import-Konkurrenz geschützt. Importierte billige Gebrauchtwagen sind für viele Russen bislang eine willkommene Alternative zu einem neuen, aber nicht als besonders zuverlässig geltenden Lada.

Alte Autos auf Russlands Straßen als Sicherheitsrisiko


Überhaupt ist der russische Fahrzeugpark stark veraltet. Mehr als die Hälfte der Autos auf den russischen Straßen ist über zehn Jahre alt. Dies birgt auch ein Sicherheitsrisiko. Der Präsident des russischen Autobauers Avtovaz, Boris Aljoschin, bestätigte, dass der veraltete Fahrzeugpark eines der wichtigsten Themen bei der Besprechung der Regierung mit der russischen Autoindustrie gewesen sei.

„Die Autohersteller wurden gehört“, erklärte Aljoschin und machte damit deutlich, dass die russische Regierung sich stärker als in der Vergangenheit als Interessenvertreter der russischen Autoindustrie profilieren werde.

Zoll als Schutzinstrument der einheimischen Autobauer


Mit Hilfe der so genannten „Verbots-Zölle“, d.h. Zollsätzen, die darauf angelegt sind, die Einfuhr von Gebrauchtwagen unrentabel zu machen, will die russische Regierung eine radikale Verjüngungskur erzwingen. Galten diese hohen Zölle bislang für Fahrzeuge älter als sieben Jahre sollen die Beschränkungen nun für alle Autos, die älter als fünf Jahre sind, eingeführt werden.

Zudem sollen auch Steuern und Versicherungen für Gebrauchtwagen angehoben werden. Für Fahrzeuge, die der Abgasnorm Euro-3 entsprechen, wird sich steuerlich nichts ändern. Für Autos, die diesen Standard nicht erreichen, soll hingegen die Steuerlast steigen. Für neue Fahrzeuge, die Euro-4-Standard oder höher erreichen, ist sogar eine leichte Steuersenkung angedacht.

Hohe Abgaben für Altautos sind nicht gleichbedeutend mit Neukauf-Boom


Analoge Vorstellungen gibt es zur Haftpflichtversicherung für Altautos. Industrieminister Viktor Christenko versprach, dass die Anweisungen des Premiers dazu innerhalb von zwei Monaten umgesetzt werden.

Freilich gibt es auch Kritik an dieser Politik. Michail Pak von der Investmentgesellschaft „Kapital“ wendet ein, dass durch die Erhöhung von Steuern und Versicherungen noch kein Anreiz geschaffen werde, ein neues Auto zu kaufen. Vielfach fehle es einfach an Geld, um sich ein neues Auto leisten zu können, meint er.



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