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Moskauer Exotik: Im Rest Russlands hat man fast schon vergessen, wie Wechselstuben aussehen (Foto: kp/.rufo)
Moskauer Exotik: Im Rest Russlands hat man fast schon vergessen, wie Wechselstuben aussehen (Foto: kp/.rufo)
Donnerstag, 18.03.2010

Zentralbank: Alle Wechselstuben werden geschlossen

Moskau. Die Zentralbank will ab Oktober keine Wechselstuben in Russland mehr dulden. Sie sollen entweder schließen oder in richtige Bankfilialen umgestaltet werden. Dafür sind viele aber einfach zu klein.


In den 90er Jahren gehörten Wechselstuben mit ihren Kurstafeln zum Straßenbild jeder russischen Großstadt. Je mehr der Rubel gegenüber dem Dollar, Mark und später dem Euro im Geschäftsalltag an Boden gewann, umso weniger wurden aber auch die „Obmen valuty“.

Nach einer Zentralbank-Statistik gab es Ende 2009 ohnehin nur noch 709 Wechselstuben - von denen sich der Löwenanteil, nämlich 615, in und um Moskau konzentriert. In der Hälfte der russischen Regionen gibt es schon jetzt keine einzige Wechselstube mehr.

Zonen erhöhter Betrugsgefahr


Nun sollen die manchmal an gepanzerte Kioske oder Besenkammern erinnernden Finanzdienstleister endgültig abgeschafft werden – zumal sie in jüngster Vergangenheit eigentlich nur noch dadurch auffielen, dass sie immer wieder einmal Schauplätze von Betrugsmanövern waren.

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• Aufgepasst! Betrug in Wechselstuben aufgeflogen (02.12.2008)
• Obman waluty: Betrug in Moskauer Wechselstuben (02.08.2007)
Die Zentralbank veröffentlichte auf ihre Webseite das Projekt einer Anordnung, wonach ab 1. Oktober neue Wechselstuben nicht mehr eröffnet werden dürfen. Bestehende Geldwechselstellen müssen zumachen oder sollen in vollwertige Bankfilialen umgewandelt werden.

Bankname steht oft nur auf der Tür


Schon jetzt müssen alle Wechselstuben offiziell von einer zugelassenen Bank betrieben werden. Allerdings stellen diese oft nur ihren Namen zur Verfügung – und die Geldwechsler vergüten dies mit einem Anteil am Gewinn.

Es sei kein Zufall, so ein Bank-Insider zur Zeitung „Kommersant“, dass die meisten Wechselstuben auf den Namen von Banken laufen, die nicht unter den 500 größten Geldinstituten des Landes zu finden seien.

Neue Bankfilialen nicht nur auf dem Papier


Die Zentralbank kündigte an, dass die Umwandlung in Bankfilialen nicht nur auf dem Papier erfolgen dürfe. Es solle überprüft werden, ob dann auch die entsprechenden Formulare, Musterverträge, Computerprogramme und qualifizierten Mitarbeiter vorhanden sind, um beispielsweise Kredite auszugeben, Spareinlagen oder Überweisungen anzunehmen.

Auch die Anforderungen an Räumlichkeiten und Sicherheitsstandards für Bankfilialen müssen erfüllt werden – was es unmöglich macht, all dies in ein winziges Ein-Schalter-Büro zu quetschen.

Experten gehen deshalb davon aus, dass etwa die Hälfte der in Russland noch bestehenden Wechselstuben aufgegeben werden wird.



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