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| Seit einem Jahr ist Christoph Mayer Ehrenprofessor des Glinka-Konserwatoriums in Nischni Nowgorod (Foto: christoph-mayer.eu) | |
Mittwoch, 03.10.2007
Nischni Nowgorod in der Macht der Musik
Moskau. Christoph Mayer kommt als Botschafter der historischen Aufführungspraxis nach Russland - und dirigiert das Orchester „Nischegoroder Solisten“. Er bringt als Weltpremiere ein Opern-Pasticcio von Händel mit.
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Der deutsche Dirigent Christoph Mayer und die Musiker aus der Wolga-Stadt Nischni Nowgorod treten bereits zum fünften Mal zusammen auf. Die Aufführungen dieser Saison unter dem Namen „Händels Schüler, oder die Macht der Musik" werden darum als Jubiläumsprojekt vorgestellt und sind Teil der „Deutschen Tage" in russischen Regionen - einer Initiative der Deutschen Botschaft. Auf dem Programm steht die Avant-Weltpremiere eines Pasticcios aus Händels Opern.
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Techniken der authentischen Interpretation beschäftigen Christoph Mayer bereits seit 1970. Als Geiger spielte er in den deutschen Barockorchestern „musica antiqua köln", „Musica ad Rhenum" und „Schuppanzigh-Quartett" und dirigierte auf Einladung der Berliner und der Norddeutschen Philharmonie.
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Heute gibt der Musiker jährlich Konzerte mit dem Kammerorchester „Nischegoroder Solisten“ und führt Meisterkurse fur historische Aufführungspraxis am Glinka-Konservatorium in Nischni Nowgorod durch.
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Die Initiative kam von der Wolga
Alles begann 2004. Damals hielt sich Christoph Mayer als Gastdirigent der Norddeutschen Philharmonie in Rostock auf und lernte einen ebenfalls in Rostock arbeitenden russischen Musiker kennen. Dieser sei mit dem künstlerischen Leiter der „Nischegoroder Solisten“ befreundet gewesen und habe dort von der Arbeitsweise Mayers erzahlt, sagt der Dirigent. „Alles Weitere ging von diesem Orchester aus."
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Das Orchester nahm tatsächlich die Initiative in die Hand und konnte das Nischegoroder Glinka-Konservatorium sowie das Goethe-Institut Moskau zur Teilnahme an diesem deutsch-russischen Projekt gewinnen.
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Die Kooperation sei erfolgreich, jedoch nicht ohne Anstrengungen, findet der Dirigent. Er kommt in der Regel nur fur knapp zwei Wochen im Jahr nach Russland. In dieser Zeit müssen Proben und Konzerte sowie der Meisterkurs durchgeführt werden. Viele inhaltliche Fragen mussen deshalb im Voraus per E-Mail gelost werden.
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Ende 2006 wurde Christoph Mayer vom Glinka-Konservatorium eine Ehrenprofessur verliehen. „Durch diese Auszeichnung, die einem Ausländer eher selten verliehen wird, verspüre ich die moralische Verpflichtung zu noch mehr Engagement. Seither versuche ich, nicht nur einmal jährlich nach Nischni Nowgorod zu kommen", sagte der Dirigent gegenüber Russland-Aktuell. Seine Konzerte in diesem Oktober sind tatsächlich das zweite Projekt in diesem Jahr.
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Musizieren wie zu Zeiten des Komponisten
Die historische Aufführungspraxis entwickelte sich in Russland erst in den 70er Jahren. Damals waren es knapp vier Leute, die sich mit dieser Technik auseinandersetzten, erinnert sich Alexej Ljubimow, Leiter der Fakultät fur moderne und historische Aufführungspraxis am Tschajkowski-Konservatorium in Moskau.
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Heute sind russische Ensembles, die barocke und klassische Musik authentisch aufführen, zahlreich geworden. Die meisten sind jedoch - wie so vieles in Russland - in Moskau konzentriert. Auch eine professionelle Ausbildung in dieser Technik ist nur in der Hauptstadt moglich, so Ljubimow.
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Das Ochester „Nischegoroder Solisten“ ist in diesem Sinne eines der wenigen in den russischen Regionen und schon deshalb für den deutschen Dirigenten interessant. Er schließt aber nicht aus, in Zukunft auch mit anderen russischen Orchestern zu arbeiten. „2009 wird das 200. Todesjahr von Joseph Haydn begangen. Das wäre eine gute Gelegenheit, diesen bedeutenden Komponisten, der ganz entscheidend Mozart und Beethoven geprägt und beeinflusst hat, auch in Russland in seiner ganzen Größe zu würdigen", gibt Mayer in seine Pläne Einblick.
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Dieses Mal ist Christoph Mayer vom 11. bis zum 21. Oktober in Nischni Nowgorod. Das Programm „Händels Schüler, oder die Macht der Musik" wird im Glinka-Konservatorium selbst, in der Linguistischen Universität Nischni Nowgorod sowie in der Stadt Dserschinsk aufgeführt.
(ak/rufo/Moskau)
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