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| Tiger-Dame Olga (Foto: WWF/Dubejkowski) | |
Dienstag, 05.04.2005
Bekanntester Tiger der Welt von Wilderern erlegt
Moskau. Es ist fast so traumatisch, als wäre Flipper erschossen oder Lassie überfahren worden: „Olga“, die legendäre sibirische Tiger-Dame, ist tot. Das gab die Wildlife Conservation Society bekannt, die das Tier seit dreizehn Jahren in Russland beobachtete. Bereits seit Januar 2005 hatte die Tigerin als vermisst gegolten.
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“Olga“ war das erste Tier, das von Mitarbeitern des Siberian Tiger Projects gefangen und im Alter von einem Jahr mit einem Peilsender versehen wurde. Fortan wurden ihre Bewegungen die meiste Zeit ihres Lebens von den Wissenschaftlern mitverfolgt. Die Tigerdame lebte in einem etwa 500 Quadratkilometer großen Waldgebiet nördlich von Ternej in der russischen Pazifikregion. Nun sollen Wilderer sie getötet und ihren Peilsender zerstört haben.
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Wilderer schlachten Tiger ab
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Da sich die vermisste „Olga“ 14 Jahre lang ausschließlich in dieser Region aufhielt, hatte es von Anfang an für unwarscheinlich gegolten, dass sie sich plötzlich aus ihrem gewohnten Lebensraum entfernt haben sollte. Auch ein Defekt des Peilsenders ist nach Angaben der Wissenschaftler so gut wie ausgeschlossen.
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Der Lebensraum der Raubkatze war zwar immer als Gebiet von Wilderern bekannt, die spezielle Köder auslegten. Allerdings hatte die Tigerdame stets den Kontakt mit Menschen gemieden und die Fleischhappen nicht einmal angerührt, als sie ihre hungrigen Welpen ernähren musste.
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„Olgas“ Schicksal ist kein Einzelfall: Die Mitarbeiter des Projekts dokumentierten bereits eine Reihe von Fällen, bei denen Wilderer Tiger töteten und deren Sender zerstörten. Von insgesamt 23 registrierten toten Tieren waren 17 Opfer von Wilderern.
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Ein Medienstar wie Flipper und Lassie
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“Olga“ galt nach Worten Dale Miquelles, des Direktors des russischen Programms der Wildlife Conservation Society, als der älteste und am intensivsten erforschte Tiger der Welt. Sie wurde von mehreren internationalen Fernsehteams gefilmt und es wurde in vielen Zeitschriften und Magazinen über sie berichtet. In ihrer Region avancierte die Tigerin zum Medienstar und fand oft in den lokalen Nachrichten Erwähnung.
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Sibirische Tiger in Gefahr
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Ein Gutachten über die verbliebenen Tiger-Bestände ist gerade unter der Koordination der Wildlife Conservation und anderen Organisationen erstellt worden. Als zentrale Bedrohungen für das Leben der Raubtiere gelten der Verlust des Lebensraumes, die Abnahme von Beutetieren und die Jagd durch Wilderer. Für die Gutachter steht eins bereits fest: Sibirische Tiger sind vom Aussterben bedroht.
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Danke, Olga!
Auf der Homepage der Wildlife Conservation Society (www.wcs.org) kann man Olgas Lebensgeschichte nachlesen. Der Wissenschaftler John Goodrich beschreibt dort, wie er von der Tigerdame lernte, das Verhalten und die Bedürfnisse ihrer Art zu beurteilen und wie er sich für die Erhaltung der sibirischen Tiger einsetzte. Und schließt seinen Bericht mit den Worten: „Thank you, Olga“.
(aj./rufo)
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